Berlin: Islamisten-Demonstration friedlich verlaufen

Redaktion, 24. November 2003 10:39

Rund 1.000 Teilnehmer - Kleinere Rangeleien mit Gegendemonstranten

Berlin - Unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen haben am Samstag Hunderte fundamentalistische Moslems in Berlin friedlich demonstriert. Rund 1.000 Menschen versammelten sich am Samstag im Zentrum der Hauptstadt. Am einer pro-israelischen Gegenkundgebung beteiligten sich etwa hundert Menschen. Mehrere hundert Polizisten trennten die beiden Gruppen voneinander. Zwei Demonstranten wurden erkennungsdienstlich behandelt, aber nicht festgenommen.

Zu kleineren Rangeleien kam es zwischen den Gegendemonstranten und der Polizei. Einige Kundgebungsteilnehmer wollten sich mit einer israelischen Fahne der Islamisten-Demonstration in den Weg stellen. Die Polizei sperrte die Aktivisten kurzfristig in ein Cafe ein und drängte sie dann in einen nahe gelegenen Hauseingang ab. Die Türscheibe des Cafes ging dabei zu Bruch, verletzt wurde niemand.

Anti-Konflikt-Konzept

Polizeisprecherin Brigitte Wenzel zeigte sich mit dem Anti-Konflikt-Konzept der Polizei sehr zufrieden. Im Gegensatz zu den Vorjahren seien während der Moslem-Demonstration keine Hass-Parolen gegen Israel gerufen worden. Redner hatten allerdings ein "zionistisches Komplott gegen Moslems und Christen im heiligen Land" angeprangert. Die Polizei zog ein Schild mit der Aufschrift "Juden sind Mörder" aus dem Verkehr. Unter den Demonstrationsteilnehmern waren Araber, Türken und Iraner. Viele trugen Bilder des früheren iranischen Revolutionsführers Ayatollah Khomeini.

Die Demonstranten begingen mit ihrer Aktion den Al-Quds-Tag (Jerualem-Tag).Erstmals 1979 hatte Khomeini zu Kundgebungen an diesem Tag aufgerufen, um die Solidarität der Moslems mit den Palästinensern zum Ausdruck zu bringen und die "Befreiung" Jerusalems (arabisch Al Quds) von den "Zionisten" zu fordern. In Berlin gibt es sie seit 1995. In diesem Jahr protestierte zum ersten Mal ein Gegenbündnis aus Mitgliedern der jüdischen Gemeinde, der Grünen, der CDU, der PDS und anderen Gruppierungen. (APA/AP)

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