Handy und Internet durchdringen nun auch traditionelles Gewerbe

20. Jänner 2000, 16:52

60 Prozent mit ISDN-Anschluss - 45 Prozent mit Internet-Zugang

Wien - Neue Medien und Informationstechnologien halten nun - spät aber doch - auch in den traditionellen Gewerbe-, Handwerks- und Dienstleistungsbranchen Einzug. Fax, Handy und PC gehören heute zur Standardausstattung jedes auch noch so kleinen Betriebs, bereits 60 Prozent der Unternehmen dieser Branche verfügen über eine ISDN-Leitung, 45 Prozent über einen Internet-Anschluss, wie aus einer heute, Donnerstag, veröffentlichten Studie des Österreichischen Instituts für Gewerbe- und Handelsforschung hervorgeht.

1995 hatten nur 3 Prozent der Gewerbebetriebe einen ISDN-Anschluss, 1997 waren es schon 11 Prozent, 1999 stieg die Zahl auf 60 Prozent. Ähnlich verhält es sich mit Modems. 1997 hatten nur 30 Prozent ein Modem, 1999 waren es schon knapp 60 Prozent. 1997 verfügte nur jeder zehnte Betrieb über einen Internet-Zugang, 1999 bereits 45 Prozent. Mit Ende 2000 werden sechs von zehn Betrieben einen Internet-Anschluss haben.

Nur 17,3 Prozent der Betriebe verfügten jedoch 1999 über eine eigene Homepage, derzeit planen weitere 20 Prozent einen eigenen Web-Auftritt. Diese Zahlen machen eine eher passive Nutzung des Internets durch Gewerbebetriebe deutlich. Die meisten nutzen das Internet dabei als Informationsmedium und als Plattform für E-Mail-Kommunikation.

Weniger als 4 Prozent der Betriebe bieten Zahlungsmöglichkeiten via Kreditkarten bzw. Electronic Cash an, d.s. knapp 8 Prozent aller Betriebe mit Internet-Zugang. Die Möglichkeiten des elektronischen Handels (e-commerce) werden erst von einer Minderheit der Betriebe genutzt. Immerhin knapp 13 Prozent der Betriebe nutzen dagegen das Internet für Telearbeit.

Auch der Handyboom hat das Gewerbe erreicht. Besonders stakre Zuwachsraten gab es bei den Betrieben, die mehr als ein Handy betrieblich einsetzen. Allerdings gibt es noch kaum Betriebe, die ihren Festnetzanschluss abgemeldet haben und nur mehr über Handy telefonieren.

Insgesamt werden die neuen Medien von den Betrieben, die verstärkt dem Druck der modernen Wirtschaftsleistungen ausgesetzt sind, mehr genutzt als von traditionellen, kleinstbetrieblich organisierten Branchen wie etwa dem Kleidermachergewerbe oder den Friseuren.

Als Barrieren für die Einführung von Informationstechnologien nennen 20 Prozent der Betriebe "laufende Kosten", 17 Prozent "Investitionskosten" und "fehlendes Know-how". 1995 gab noch mehr als die Hälfte der Betriebe an, dass die Höhe der Investitionskosten ein Hindernis für die Einführung dieser Technologien darstellten.

Für die Studie wurden 4.000 Gewerbe-, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe nach ihrer Ausstattung mit neuen Medien und der Nutzung derselben befragt.(APA)

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