Libro: Ertragssituation gedrückt

20. Jänner 2000, 11:07

Zwar konnte in den ersten neun Monaten 1999 der Umsatz um fast zehn Prozent gesteigert werden, hohe Investitionskosten für Amadeus und Libro Deutschland wirkten sich jedoch auf die Ertragssituation aus

Wien - In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 1999/2000 (vom 1. März bis 30. November) konnte die an der Wiener börenotierte Libro Gruppe den konsolidierten Nettoumsatz zwar um zehn Prozent von 2,9 auf 3,2 Mrd. S (0,233 Mill. Euro) steigern, vorgezogene Investitionen in Höhe von 428 Mill. S drückten jedoch auf die Ertragssituation, weshalb das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 134 auf 24 Mill. S fielen, teilt die Buch- und Medienhandelsgruppe heute, Donnerstag, mit.

Die Betriebsleistung - Nettoumsatzerlöse plus sonstige betriebliche Erträge, darunter vor allem Anmeldevergütungen von Mobilfunk-Anbietern - wuchs um 15 Prozent von 3,0 auf 3,5 Mrd. S. Erfreulich entwickelte sich der Rohertrag, berichtet Libro. Mit 1,2 Mrd. S lag diese Kennzahl per 30. November 1999 um 23 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres von 991 Mill. S. Die Gross Margin (Rohertrag in Prozent des Nettoumsatzes) erhöhte sich dadurch von 33,8 auf 37,9 Prozent.

Für das Gesamtjahr 1999/2000 erwartet die Libro Gruppe einen Zuwachs der Betriebsleistung von 13 bis 15 Prozent bei einem Umsatzwachstum von knapp unter zehn Prozent. Der Warenrohertrag sollte 1999/2000 - wie schon in den ersten neun Monaten - deutlich stärker zulegen als der Umsatz.

Hohe Anlaufkosten bei Amadeus und Libro Deutschland

Hohe Investitionen hätten bei den "jungen" Geschäftsfeldern - Amadeus, Libro Deutschland und Lion.cc/Libro Mail - auf die Ertragsentwicklung gedrückt, berichtet Libro heute, Donnerstag, weiter. Bei Amadeus führten Anlaufkosten für die Errichtung dreier Großfilialen und eines Medienhauses in Wien zu einem Rückgang der EBITDA von plus vier auf minus 29 Mill. S. Die mit der künftigen Filialexpansion in Deutschland verbundenen Markterschließungskosten reduzierten die EBITDA von Libro Deutschland von minus elf auf minus 22 Mill. S. Die Kosten für den Aufbau von Lion.cc führten in diesem Bereich zu negativen EBITDA in Höhe von 104 Mill. S nach minus 0,7 Mill. S, berichtet das Unternehmen weiter.

Trotz beträchtlicher Investitionen in die Wachstumsbereiche Internet, Großflächenfilialen und Medienhäuser werde Libro aus heutiger Sicht ein ausgeglichenes Jahresergebnis erreichen. Die vorgezogenen Investitionen in Höhe von 428 Mill. S (31,1 Mill. Euro) seien vor allem im ISP-Bereich (Internet Service Provider) getätigt worden, um rascher Marktanteile gewinnen zu können.

Im dritten Quartal habe die Libro Gruppe 19 neue Filialen eröffnet, das Filialnetz der Gruppe per 30. November 1999 habe damit 273 Standorte umfasst. In ihren klassischen Sortimentsbereichen (Buch, Musik, Schul-/ Büroartikel, Neue Medien, Video/DVD) sei die Libro Gruppe stärker gewachsen als der Markt und habe Marktanteile gewinnen können. Im Bereich Prepaid-Handys sei Libro in Österreich jetzt Marktführer. (APA)

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