Sinkende Telefontarife drücken Gewinn der Deutschen Telekom

20. Jänner 2000, 13:52

Dividende wird gehalten

Bonn - Sinkende Telefontarife haben im vergangenen Jahr die Bilanz der Telekom gründlich verhagelt. Durch den Margenverfall sei der Konzernüberschuss gegenüber 1998 um eine Mrd. Euro auf 1,2 Mrd. Euro (16,5 Mrd. S) geschrumpft, teilte der Bonner Telefonriese am Donnerstag in einem ersten vorläufigen Überblick über das abgelaufende Geschäftsjahr mit. Für die Aktionäre der Deutschen Telekom AG soll sich diese Entwicklung allerdings nicht negativ bemerkbar machen. So will der Vorstand unverändert 0,61 Euro (1,20 DM) je Aktie ausschütten.

Die Telekom-Kunden seien durch günstigere Tarife 1999 um drei Mrd. Euro entlastet worden, hieß es. Dennoch habe das Unternehmen den Umsatz mit 35,3 Mrd. Euro (plus 0,3 Prozent) verglichen mit dem Vorjahr praktisch konstant gehalten. Neben dem fortgesetzten Boom in den Wachstumssparten Mobilfunk und T-Online sei dies auf die Internationalisierung zurückzuführen.

So wurden die britische Mobilfunkfirma One2One und die österreichische max.mobil zum ersten Mal in der Bilanz berücksichtigt. Die Telekom hatte One2One Mitte 1999 für mehr als 20 Mrd. DM gekauft. Ohne Akquisitionen sei der Umsatzrückgang mit drei Prozent wesentlich moderater ausgefallen als zu Jahresbeginn erwartet. Beide Unternehmen hätten mit "Anlaufverlusten" und Goodwill-Abschreibungen die Ertragslage der Telekom mit 0,4 Mrd. Euro belastet.

Wie es weiter hieß, verringerte sich die Zahl der Beschäftigten bis Ende Dezember auf 172.900 Menschen. Das waren vier Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Rund 6.300 Stellen seien sozialverträglich abgebaut worden. Im Gesamtkonzern (einschließlich One2One und max.mobil) lag die Zahl der Mitarbeiter bei knapp 195.000.

Glänzend entwickelten sich 1999 wieder die Wachstumssparten T-Mobil (D1) und T-Online. Die Zahl der D1-Neukunden kletterte um 3,6 Millionen auf einen Stand von 9,1 Millionen. Der Marktführer Mannesmann Mobilfunk (D2) hatte Ende Dezember 9,5 Millionen Kunden in seinem Netz. Europaweit kam die Telekom einschließlich der Joint Ventures in Osteuropa auf 20 Millionen Kunden.

Die Zahl der T-Online-Kunden erhöhte sich 1999 den Angaben zufolge um 54 Prozent auf 4,2 Millionen Kunden. Die Telekom will in diesem Jahr sowohl das Online- als auch das Mobilfunkgeschäft an die Börse bringen. Kontinuierlich gewachsen sei außerdem die Zahl der ISDN-Kunden: Die Zahl der Kanäle stieg um 32 Prozent, wobei die Privatkunden überdurchschnittlich zulegten.(APA/dpa)

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