Breite Front gegen Handy-Auktionsplan

19. Jänner 2000, 18:11

Verkehrsminister Einems Plan der Versteigerung von Frequenzpaketen für das Handy-System UMTS erhitzt die Gemüter in der Telekom-Branche

Wien - Verkehrsminister Caspar Einems Plan, die Frequenzen für das weltweit gültige Handy-System UMTS (Universal Mobile Telephone System) in Frequenzpakete zu zerlegen und zu versteigern, erhitzt die Gemüter in der Telekom-Branche. "Es kann nicht sein, dass alles dem Diktat der leeren Kassen unterworfen wird", kritisiert Eduard Zehetner, Vorsitzender des Fachverbandes Telekommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich und zugleich Vorstand des Handy-Netzbetreibers Connect Austria (One).

Hohe Lizenzgebühren würden nicht nur den Wirtschafts- und Telekomstandort Österreich um mehrere Jahre zurückwerfen, sondern die bestehenden GSM-Firmen "in ein völlig überzogenes Versteigerungsverfahren hetzen." Die drei befänden sich bereits jetzt in einer Zwickmühle, erläutert Zehetner: Zum Einen sei eine Zukunft ohne UMTS nicht vorstellbar, zum Anderen sei das wirtschaftliche Risiko derzeit überhaupt noch nicht abzuschätzen.

max.mobil-Chef Georg Pölzl plädiert zumindest für eine technisch sinnvolle Größe der Frequenzpakete. Wie der Standard berichtete, sollen die UMTS-Frequenzpackerl zwischen zehn und 20 Megahertz groß sein. "Das macht ein sinnvolles Zusammenstoppeln überhaupt unmöglich", sagt Pölzl. Zehn seien zu wenig und 20 zu viel, sinnvoller kombinierbar wären fünf MHz-Pakete. Einziger Wermutstropfen: Je kleiner die Pakete, desto teurer wird die UMTS-Konzession.

One-Chef Zehetner plädiert, wie Mobilkom-Sprecher Martin Bredl auch, für eine technisch-wirtschaftliche Prüfung der UMTS-Bewerber ("Beauty Contest") und die Einhebung eines jährlichen Benutzungsentgelts.

Besonders kritisch dürfte es für die vierte GSM-Firma (tele.ring, Anm.) werden, wenn der vom Verkehrsministerium geplante Auktionsplan realisiert werde, meinen Branchenkenner. Ab April "on air", müsste die zur Mannesmann-Gruppe gehörende tele.ring abermals tief in die Tasche greifen. (ung)

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