"Forum social libertaire" will "Projekt über eine alternative
Gesellschaftsform" entwickeln
Paris - Am Rande des "Europäischen Sozialforums", das von
Mittwoch bis Samstag in Paris stattfindet, organisieren Anarchisten
aus verschiedenen europäischen Ländern eine Gegenveranstaltung. Das
"Forum social libertaire" (FSL), das in Saint-Ouen und Ivry bei Paris
stattfindet, will "ein Projekt über eine alternative
Gesellschaftsform" entwickeln, betonten die Organisatoren, die dem
Sozialforum selbst vorwerfen, sich parteipolitisch ausschlachten zu
lassen.
"Wir widersetzen uns der Globalisierung, aber auch der
Institutionalisierung der globalisierungskritischen Bewegung",
betonte Wally Rosell, einer der Organisatoren der Veranstaltung.
Beanstandet wird die Tendenz innerhalb des Sozialforums, "die
politischen Fragen mit einem Blick auf die nächsten Wahlen zu
behandeln". "Wir bauen unser Gesellschaftsprojekt auf den
Erfordernissen auf, die in den sozialen Bewegungen in ganz Europa
jüngst zum Ausdruck gebracht wurden", betonte Rosell.
Organisiert wurde das alternative Forum FSL von den Organisationen
"Federation Anarchiste", "Alternative Libertaire" und CNT, sowie vom
Netzwerk "No Pasaran". Die beteiligten Anarchisten stammen außer aus
Frankreich auch aus Deutschland, Italien, Großbritannien, Spanien,
Polen und der Türkei. Nach Angaben eines weiteren Veranstalters,
Stephane Riposte, werden zum FSE etwa 2.000 Personen erwartet. Um die
Teilnehmer unterzubringen, hatten die Organisatoren ein leer
stehendes Gebäude besetzt, das allerdings unmittelbar wieder von den
Sicherheitskräften geräumt wurde, erklärte Riposte.
An dem "Europäischen Sozialforum", das in Paris und einigen
Vorstädten abgehalten wird, werden sich nach Angaben der
Organisatoren etwa 60.000 Personen auch 60 Ländern beteiligen.
Geplant sind 55 Konferenzen, 250 Seminare und hunderte Workshops. An
der Veranstaltung beteiligen sich Parteien, Gewerkschaften,
globalisierungskritische Bewegungen und Menschenrechtsorganisationen.
Aus Österreich werden rund 300 Aktivisten erwartet. Unter diesen
befinden sich Vertreter der KPÖ, von Studentenvereinigungen wie der
ÖH, sowie mehrerer Arbeitnehmerorganisationen und des
globalisierungskritischen Netzwerks Attac-Austria. (APA)