Anarchisten organisieren Gegenveranstaltung

Redaktion, 16. November 2003 13:40

"Forum social libertaire" will "Projekt über eine alternative Gesellschaftsform" entwickeln

Paris - Am Rande des "Europäischen Sozialforums", das von Mittwoch bis Samstag in Paris stattfindet, organisieren Anarchisten aus verschiedenen europäischen Ländern eine Gegenveranstaltung. Das "Forum social libertaire" (FSL), das in Saint-Ouen und Ivry bei Paris stattfindet, will "ein Projekt über eine alternative Gesellschaftsform" entwickeln, betonten die Organisatoren, die dem Sozialforum selbst vorwerfen, sich parteipolitisch ausschlachten zu lassen.

"Wir widersetzen uns der Globalisierung, aber auch der Institutionalisierung der globalisierungskritischen Bewegung", betonte Wally Rosell, einer der Organisatoren der Veranstaltung. Beanstandet wird die Tendenz innerhalb des Sozialforums, "die politischen Fragen mit einem Blick auf die nächsten Wahlen zu behandeln". "Wir bauen unser Gesellschaftsprojekt auf den Erfordernissen auf, die in den sozialen Bewegungen in ganz Europa jüngst zum Ausdruck gebracht wurden", betonte Rosell.

Organisiert wurde das alternative Forum FSL von den Organisationen "Federation Anarchiste", "Alternative Libertaire" und CNT, sowie vom Netzwerk "No Pasaran". Die beteiligten Anarchisten stammen außer aus Frankreich auch aus Deutschland, Italien, Großbritannien, Spanien, Polen und der Türkei. Nach Angaben eines weiteren Veranstalters, Stephane Riposte, werden zum FSE etwa 2.000 Personen erwartet. Um die Teilnehmer unterzubringen, hatten die Organisatoren ein leer stehendes Gebäude besetzt, das allerdings unmittelbar wieder von den Sicherheitskräften geräumt wurde, erklärte Riposte.

An dem "Europäischen Sozialforum", das in Paris und einigen Vorstädten abgehalten wird, werden sich nach Angaben der Organisatoren etwa 60.000 Personen auch 60 Ländern beteiligen. Geplant sind 55 Konferenzen, 250 Seminare und hunderte Workshops. An der Veranstaltung beteiligen sich Parteien, Gewerkschaften, globalisierungskritische Bewegungen und Menschenrechtsorganisationen. Aus Österreich werden rund 300 Aktivisten erwartet. Unter diesen befinden sich Vertreter der KPÖ, von Studentenvereinigungen wie der ÖH, sowie mehrerer Arbeitnehmerorganisationen und des globalisierungskritischen Netzwerks Attac-Austria. (APA)

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