Transmetas Geheimnis um den Crusoe-Prozessor gelüftet

25. Jänner 2000, 20:31

Erste Notebooks mit Crusoe Mitte des Jahres - Der WebStandard verfolgte die Präsentation live

Der Crusoe soll in zwei Versionen erscheinen für unterschiedliche Anwendungen. Der erste, der 3120 wir ungefähr 400 MHz haben und für Handheld-Geräte mit Internet-Anwendungen auf Linux-Basis sein, so Steve Johnson, Chef der Softwareabteilung von Transmeta.

Der zweite Chip, der 5400, wird zwischen 500 und 700 MHz schnell sein und ein 250MHz Secondary Cache integriert haben. Dieser Prozessor zielt auf Windows-basierende Notebooks. Mit der "LongRun" Power Management Technologie wird er bei einem Watt Stromverbrauch laufen und es Anwendern ermöglichen den ganzen Tag lang den Notebook im Batteriebetrieb zu benützen.

Der 3120 wird bereits produziert, während vom 5400 Prototypen hergestellt werden. Die Markteinführung soll Mitte des Jahres erfolgen, so Johnson. Hergestellt werden die Prozessoren von IBM.

Der 3120 wird in 0,22-mikron-Technologie und der 5400 in 0,18-mikron-Technolgie gefertigt. Der geringe Stromverbrauch könnte eines der größten Probleme für Intel darstellen, speziell für mobile Anwendungen.

Beide Chips haben einen SDRAM-Controller und ein PCI-Interface. Preislich wird der TM3120 ungefähr bei 89 Dollar und der TM5400 bei etwa 329 Dollar liegen.

In der Hardware ist nicht ein einziger x86 Befehl eingebaut, versichert CEO Dave Ditzel. Es handle sich um den ersten Prozessor dessen Befehlssatz vollständig als Software implementiert ist. Diese Technologie wird Code Morphing genannt und ist auch Linus Torvalds hauptaufgabe bei Transmeta. Updates für den Code sollen sogar via Internet möglich sein.

Linux-Erfinder Linus Torvalds demonstrierte eine Partie Quake, um zu zeigen, das Linux auf dem Chip läuft. Ebenso läuft Windows auf dem Prozessor. MacOS läuft zur Zeit noch nicht auf dem Crusoe, allerdings soll es prinzipiell möglich sein. Es müsste lediglich die Code Morphing Software aktualisiert werden, so daß sie auch PowerPC oder 68000-Code verarbeiten kann.

Auf die Frage, ob die Tatsache, daß jetzt Software im Prozessor ist, bedeutet, daß nicht mehr nur Programme sondern auch der Prozessor abstürzt, wurde argumentiert, daß Transmeta alles auf x86 gesetzt hat und man hundertausende Tests durchgeführt hat. Linus Torvald verwies auf den Pentium Divisons-Fehler - in so einem Fall könnte man für den Crusoe schnell einen Bugfix als Software herstellen, der vorhandenen Usern hilft. (ars)

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