Internet-Adressen werden immer knapper

18. Jänner 2000, 15:04

Schon 97 Prozent des englischen Wörterbuchs sind besetzt

New York - Im Cyberspace gehen die Grundstücke aus: 97 Prozent aller Begriffe im "Webster", dem Standard-Wörterbuch der englischen Sprache, sind in den USA schon für Internet-Adressen vergeben. Diese Schätzung nannte jetzt der Marketing-Leiter der Vermittlungsfirma GreatDomains.com, Tim Pluma. "Die Chance, dass eine Firma den gewünschten Domain-Namen bekommt, ist äußerst gering." Entsprechend hoch sind die Preise im Handel mit diesen Internet-Adressen.

Kürzlich wurde die Internet-Domain Business.com für den Rekordpreis von 7,5 Mill. Dollar (7,43 Mill. Euro/102,2 Mill. S) verkauft - der Käufer hat sein Unternehmen noch nicht einmal gestartet. Drei Mill. Dollar sind derzeit für die Adresse America.com geboten - zu kaufen über den Broker GreatDomains.com. Die Adresse Autos.com ging im Dezember für 2,2 Mill. Dollar an eine Firma, die derzeit gerade erst einen Monatsumsatz von 8.000 Dollar erzielt.

Die immer noch wichtigste Stelle für die Registrierung von Internet-Adressen der besonders begehrten Top-Level-Domain.com, die Firma Network Solutions, nahm in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres 3,4 Mill. Neuanmeldungen von Domains entgegen - so viel wie insgesamt in allen Jahren zuvor. Dies kostet pro Domain 70 Dollar für die ersten beiden Jahre und 35 Dollar für jedes weitere Jahr. Dem Handel mit begehrten Adressen widmen sich in den USA derzeit etwa 100 Brokerfirmen.

Für eine deutliche Entspannung könnten die geplanten neuen Top-Level-Domains wie .info oder .shop sorgen - eine baldige Umsetzung dieser schon lange diskutierten Pläne ist derzeit aber nicht in Sicht. (APA/AP)

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