Weiter Wetterkapriolen in Österreich

18. Jänner 2000, 22:38

Wintergewitter sorgte in Wien und Niederösterreich für Chaos auf den Straßen - Erneute Stauungen nach Aufhebung der Sperre der A 21

Foto: APA/dpa HINWEIS
Sturmschäden an Autos sollten schnell gemeldet werden
Wien - Dichter Schneefall und Sturmböen ließen die Einsatzkräfte auch heute, Dienstag, nicht zur Ruhe kommen. Wintergewitter, die am Nachmittag über Niederösterreich und Wien niedergegangen waren, sorgten für Chaos auf den Straßen. Die Wiener Außenringautobahn (A 21) musste laut ARBÖ wegen querstehender Fahrzeuge in beiden Richtungen gesperrt werden, für Schwerfahrzeuge war Kettenpflicht verhängt worden.

Auf der A 23, Südosttangente, krachten gleich mehrere Fahrzeuge ineinander. Die Richtungsfahrbahn Nord war im Bereich Albin-Hanssonkurve nahezu unpassierbar. Viele Lenker waren immer noch mit Sommerreifen unterwegs. Auch auf der A22, bei der Auffahrt zur Tangente, blieben Fahrzeuge hängen.

Im Bereich der Autobahnabfahrt Fischamend von der Ostautobahn (A 4) musste die Preßburger Bundesstraße (B 9) nach einem Unfall kurzfristig gesperrt werden. Auf den durch die Schneefälle rutschigen Fahrbahnen hatte sich laut ÖAMTC ein schwerer Unfall mit drei beteiligten Fahrzeugen ereignet. Auch auf der Waldviertler Bundesstraße (B 303) kam es auf Grund der Witterung zu Problemen.

Stromausfälle in Niederösterreich

Aus Deutsch-Wagram wurde von einem totalen Stromausfall berichtet. Auch aus dem Raum Wolkersdorf wurden Stromausfälle gemeldet. Sturm und starker Schneefall hatten hier Strommasten gekappt.

In der Nacht auf Dienstag hatten Sturmböen von bis zu 120 km/h in einigen Bundesländern für Schäden gesorgt. In der Steiermark waren hunderte von von Haushalten ohne Strom. In Oberösterreich mussten ebenfalls rund 1.500 Haushalte ohne Elektrizität auskommen. In Kärnten wurde ein 21-Jähriger Slowene beim Skifahren auf dem Reißeck (Bezirk Spittal/Drau) laut Gendarmerie von einem Brett am Kopf getroffen, das vom Sturm aus der Verankerung eines Schleppliftes gerissen worden war. Er wurde in der Folge mit Verdacht auf eine Gehirnblutung ins LKH Klagenfurt eingeliefert.

In Niederösterreich meldete die Feuerwehr Sturmschäden u.a. aus Gloggnitz (Bezirk Neunkirchen). Dort hatten heftige Böen das Dach einer Firma teilweise abgedeckt. Der entstandene Schaden betrug etwa 200.000 Schilling. Die Feuerwehr war mit 15 Mann ausgerückt.

Schneefälle verlagerten sich

Erneute Stauungen nach Aufhebung der Sperre der A 21 Nach Angaben des ARBÖ verlagerten sich die Schneeschauer Dienstag Nachmittag: Während es in Wien gegen 15.00 Uhr nicht mehr schneite, musste u.a. am Semmering über die B 306 Kettenpflicht verhängt werden. Auch am Flughafen Wien kam es zu Beeinträchtigungen des Flugverkehrs. Einige Maschinen mussten nach Linz und Graz ausweichen, hieß es seitens der zuständigen Pressestelle.

Die Sperre der Wiener Außenringautobahn (A 21) in beiden Richtungen wurde laut ÖAMTC gegen 15.00 Uhr aufgehoben. Bereits kurz nach dieser erfolgreichen Meldung blieb wieder ein Lkw bei Hochstraß Richtung Südautobahn hängen, sodass es hier prompt zu erneuten Stauungen kam.

Jennersdorf Stunden ohne Strom

Wintergewitter mit Graupelschauer und anschließender Schneefall sorgten auch im Burgenland für Probleme.Jennersdorf war von 14.20 Uhr an für einige Stunden ohne Elektrizität. Von dem Stromausfall waren mehr als 1.000 Haushalte betroffen, nicht jedoch Industriebetriebe.

Außerdem meldete der ÖAMTC Straßensperren. Probleme gab es vor allem auf den Zufahrten zu den Grenzübergängen Klingenbach und Schachendorf. Die Ödenburger Bundesstraße (B 16) war im Bereich der Umfahrung Klingenbach wegen einer Lkw-Bergung längere Zeit gesperrt. Der Verkehr zur Grenze wurde durch das Ortsgebiet umgeleitet.

Nordsturm in Bad Hofgastein

Auf der Zufahrt zum Grenzposten Schachendorf war auf der Steinamangerer Bundesstraße (B 63) ebenfalls ein Schwerfahrzeug hängen geblieben. Die B 63 war in diesem Bereich gesperrt.

Heftiger Nordsturm richtete Dienstag Nachmittag auch in der Pongauer Gemeinde Bad Hofgastein große Schäden an. Es seien mehrere Hausdächer abgetragen worden, teilte die Gendarmerie mit. Aufgrund des Sturms mussten auch mehrere Gemeindestraßen gesperrt werden. Zu Verzögerungen kam es im Zugsverkehr, weil die Strecke zwischen Bad Hofgastein und Badgastein durch Sturmschäden kurzfristig unterbrochen worden war. (APA)

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