Intel bringt 650-MHz-Prozessoren für Notebooks

18. Jänner 2000, 14:44

Zum Stromsparen können Geschwindigkeit und Core-Spannung abgesenkt werden

Mit drei neuen Modellen der Mobile-Pentium-III-Generation erweitert Intel seine Prozessorpalette für Notebooks. Die 600 MHz und 650 MHz schnellen CPUs verhelfen den Mobilrechnern zu einem kräftigen Leistungssprung. Der Dritte im Bunde wird wie der bisherige Spitzenreiter mit 500 MHz getaktet, aber mit einer verminderten Kernspannung von 1,35 Volt betrieben. Statt rund 10 W wie der "alte" 500er verbraucht die neue 500-MHz-CPU nur noch 8 W. Wegen der verminderten Wärmeentwicklung gönnt sie darüber hinaus dem Lüfter und so letzten Endes auch dem Benutzer mehr Ruhe als bei bisherigen Notebooks. Diese Tugenden dürften sich auch in einer längeren Akkulaufzeit niederschlagen.

Die beiden Boliden mit 600 und 650 MHz verbrauchen dagegen mit rund 14 W so viel wie noch kein anderer Intel-Mobilprozessor. Um die negativen Auswirkungen einer zu kurzen Akkulaufzeit im Zaum zu halten, stattet der Chip-Hersteller diese beiden CPUs erstmals mit der SpeedStep-Technologie aus. Die Mobil-CPUs mit SpeedStep können im laufenden Betrieb ihre Taktfrequenz auf 500 MHz und ihre Kernspannung von 1,6 auf 1,35 V senken – beispielsweise dann, wenn das betreffende Notebook im Akkubetrieb läuft. Am Stromnetz schaltet SpeedStep wieder auf die maximale Taktfrequenz um.

Ein erster Test mit Notebooks von Dell und Hewlett-Packard in der aktuellen c’t (Ausgabe 2/2000) ergab mit 650 MHz Mobile Pentium III einen Leistungssprung von 20 Prozent im Vergleich zum bisherigen Spitzenreiter, der 500-MHz-CPU. Bei aktiviertem SpeedStep sinkt die Rechenleistung natürlich wieder um genau diesen Betrag. Trotz verminderter Frequenz und Kernspannung verbesserte sich die Akkulaufzeit unseren Messungen zufolge nur um rund 15 Prozent.

Das haben allerdings ausgeklügelte Energiespareinstellungen auch schon erreicht. Der große Wurf ist SpeedStep damit nicht: Wer die maximale Rechenleistung braucht und ab und zu auf maximale Akkulaufzeit angewiesen ist, freut sich über diese Technik als Dreingabe. Das Augenmerk der in Frage kommenden Anwender liegt jedoch auf der Rechenleistung. Mit 100 MHz Busfrequenz, 3D-Grafikchips wie dem ATI Rage Mobility oder dem S3 Savage war der Leistungsabstand zwischen Highend-Desktop und Spitzen-Notebook noch nie so gering wie mit dem 650-MHz-Mobile-Pentium-III – auch wenn nach wie vor ein 800 MHz schneller Athlon mit entsprechendem Umfeld locker einem 650-MHz-Notebook davon zieht und ein solches System nicht einmal die Hälfte kostet.

Wer dagegen auf Akkulaufzeit Wert legt, der spart mit einem 333 MHz schnellen Mobile Celeron viel Geld und Akkufüllung. Der teurere neue Mobile Pentium III mit 500 MHz bietet sich hier als Kompromiss aus Energieverbrauch und Rechenleistung an.

Ein Mobile Pentium III mit 650 MHz kostet im Tausenderpreis je 637 US-Dollar. Die 600-MHz-Version schlägt mit 423 US-Dollar und die 500-MHz-CPU mit 294 US-Dollar zu Buche. Bis Ende Januar 2000 werden voraussichtlich die meisten großen Notebook-Hersteller ihre Spitzenmodelle mit SpeedStep vorstellen. (heise)

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