Südkorea will Internet-Zugang über Stromleitung

18. Jänner 2000, 16:54

20 Mrd. Won für Entwicklung von Hochleistungsmodems

Seoul - Südkorea will die Entwicklung einer Technologie zum Hochgeschwindigkeits-Internetzugang über Starkstromleitungen vorantreiben. Wie das Industrieministerium in Seoul am Dienstag mitteilte, sollen bis 2001 rund 20 Mrd. Won (34,7 Mill. DM bzw. 17,7 Mill. Euro/244 Mill. S) in die Entwicklung von Modems mit einer Geschwindigkeit von zwei Megabits pro Sekunde (Mbits/s) für die Verbindung über Stromleitungen investiert werden. Das neue Übertragungssystem solle auch auf den Telefonservice angewandt werden.

Die Internet-Verbindung würde mit dem System 40 Mal so schnell aufgebaut als über Telefonleitungen mit 56 Kilobits/s-Modem, teilte das Ministerium mit. An der Entwicklung arbeiteten der Energiekonzern Korea Electric Power Corp (KEPCO), das Koreanische Forschungsinstitut für Elektrotechnik und Keyin Telecom mit. 18 Länder, darunter Deutschland, hätten ihr Interesse an der Technologie angemeldet.

Der Internetzugang könne jederzeit über eine Steckdose zu Hause oder im Büro erreicht werden und sei kostengünstiger als der Anschluss an Telefonleitungen. Die Entwicklung solle bis 2004 auf die Produktion neuer Zehn-Mbits-Modems ausgebaut werden, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. "Die neue Technologie wird als Schlüsselindustrie entwickelt." Mit der Vermarktung könne wahrscheinlich Anfang 2001 begonnen werden. (APA/dpa)

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