Regieverbände weisen Diagonale-Angebot zurück

Redaktion, 21. November 2003, 19:16

"Keiner der Kernpunkte der Forderungen der Regieverbände erfüllt", Rücktritt des Intendanten-Teams neuerlich gefordert

Während sich der Verband Österreichischer Filmproduzenten (AAFP) über die Reduktion der Diagonale-Preisgelder "auf eine dem österreichischen Filmschaffen angemessene Größenordnung" freut und dem Diagonale-Verein beitreten wird, weisen die Regie-Verbände sowie die Interessengemeinschaft österreichischer Dokumentarfilmer "dok.at" das Angebot der Diagonale-Leitung zurück. Mit der Einigung zwischen Diagonale-Geschäftsführung und Produzenten-Verband sei "keiner der Kernpunkte der Forderungen der Regieverbände erfüllt", hieß es in einer Aussendung.

Regieverbände: "Keiner der Kernpunkte der Forderungen der Regieverbände erfüllt"

Der Verband der Filmregisseure Österreichs, die Austrian Directors Association ADA und "dok.at" unterstützen weiterhin das geplante Gegen-Festival im März 2004 unter dem Motto: "Wir sind die Diagonale". Der Produzentenverband hingegen sieht seine zentralen Forderungen erfüllt und wird dem Diagonale-Verein beitreten. Dienstag Abend ist in Wien ein gemeinsamer Runder Tisch von Dachverband, Regieverbänden und Produzentenverband angesetzt.

Die Regieverbände seien nicht bereit, "durch Teilnahme in einem Diagonale-Gremium eine Reihe von Fehlentscheidungen im Nachhinein zu legitimieren", reagierten die Regie-Verbände auf die zu Wochenbeginn bekannt gewordene Einladung der Diagonale-Geschäftsführung, der Generalversammlung des Diagonale-Vereins beizutreten. Die Verhandlungen zwischen Diagonale und Produzentenverband seien ohne Einbindung der übrigen Verbände erfolgt. Die Forderungen der Regie-Verbände umfassen den Rücktritt der beiden Leiter des Festivals, Miroljub Vuckovic und Tillman Fuchs, sowie eine von der Politik unabhängige, ausschließlich mit Vertretern der Filmbranche besetzte Kommission zur Findung einer neuen Leitung.

"Es kann kein Festival ohne die Kreativen geben"

Einen "Showdown bei der Morakonale" sieht der zum Sprecher des Gegen-Festivals ernannte Alexander Dumreicher-Ivanceanu von der jungen Wiener Produktionsfirma "Amour Fou". Es könne nicht der von den Filmschaffenden geforderte "echte Neuanfang" sein, dass "Fehlentscheidungen im Nachhinein legitimiert" werden. Es sei "logisch" gewesen, dass die Diagonale ihr Konzept in diesen Punkten ändern würde. Verändert wurden die "unhaltbaren Punkte im Konzept. Der Forderungskatalog des Produzentenverbands war willkommener Anlass, ihren eigenen Fehlentscheidungen zu entkommen". Dies sei "Eingeständnis der von Anfang an blamablen neuen Festivalkonzeption", so die "dok.at"-Aussendung.

"Unser Festival wird von den Kreativen getragen. Wir werden ein sehr schönes Festival in Graz haben", so Dumreicher-Ivanceanu im Gespräch mit der APA. Am Mittwoch werde er mit Vertretern der Stadt Graz Gespräche über die Finanzierung des Gegen-Festivals führen. Er glaube, dass der Produzentenverband seine Position noch einmal ändern werde. "Es kann kein Festival ohne die Kreativen geben". (APA)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.