"Keiner der Kernpunkte der Forderungen der Regieverbände erfüllt", Rücktritt des Intendanten-Teams neuerlich gefordert
Während sich der
Verband Österreichischer Filmproduzenten (AAFP)
über die Reduktion der Diagonale-Preisgelder "auf eine dem
österreichischen Filmschaffen angemessene Größenordnung" freut und
dem Diagonale-Verein beitreten wird, weisen die Regie-Verbände sowie
die Interessengemeinschaft österreichischer Dokumentarfilmer "dok.at"
das Angebot der Diagonale-Leitung zurück. Mit der Einigung zwischen
Diagonale-Geschäftsführung und Produzenten-Verband sei "keiner der
Kernpunkte der Forderungen der Regieverbände erfüllt", hieß es in
einer Aussendung.
Regieverbände: "Keiner der
Kernpunkte der Forderungen der Regieverbände erfüllt"
Der Verband der Filmregisseure Österreichs, die Austrian Directors Association ADA und "dok.at" unterstützen weiterhin das geplante
Gegen-Festival im März 2004 unter dem Motto: "Wir sind die Diagonale". Der
Produzentenverband hingegen sieht seine zentralen
Forderungen erfüllt und wird dem Diagonale-Verein beitreten. Dienstag Abend ist in Wien ein gemeinsamer Runder Tisch von
Dachverband, Regieverbänden und Produzentenverband angesetzt.
Die Regieverbände seien nicht bereit, "durch Teilnahme in einem
Diagonale-Gremium eine Reihe von Fehlentscheidungen im Nachhinein zu
legitimieren", reagierten die Regie-Verbände auf die zu Wochenbeginn bekannt
gewordene Einladung der Diagonale-Geschäftsführung, der
Generalversammlung des Diagonale-Vereins beizutreten. Die
Verhandlungen zwischen Diagonale und Produzentenverband seien ohne
Einbindung der übrigen Verbände erfolgt. Die Forderungen der
Regie-Verbände umfassen den Rücktritt der beiden Leiter des
Festivals, Miroljub Vuckovic und Tillman Fuchs, sowie eine von der
Politik unabhängige, ausschließlich mit Vertretern der Filmbranche
besetzte Kommission zur Findung einer neuen Leitung.
"Es kann kein Festival ohne die Kreativen geben"
Einen "Showdown bei der Morakonale" sieht der zum Sprecher des
Gegen-Festivals ernannte Alexander Dumreicher-Ivanceanu von der
jungen Wiener Produktionsfirma "Amour Fou". Es könne nicht der von
den Filmschaffenden geforderte "echte Neuanfang" sein, dass
"Fehlentscheidungen im Nachhinein legitimiert" werden. Es sei
"logisch" gewesen, dass die Diagonale ihr Konzept in diesen Punkten
ändern würde. Verändert wurden die "unhaltbaren Punkte im Konzept.
Der Forderungskatalog des Produzentenverbands war willkommener
Anlass, ihren eigenen Fehlentscheidungen zu entkommen". Dies sei
"Eingeständnis der von Anfang an blamablen neuen Festivalkonzeption",
so die "dok.at"-Aussendung.
"Unser Festival wird von den Kreativen getragen. Wir werden ein
sehr schönes Festival in Graz haben", so Dumreicher-Ivanceanu im
Gespräch mit der APA. Am Mittwoch werde er mit Vertretern der Stadt
Graz Gespräche über die Finanzierung des Gegen-Festivals führen. Er
glaube, dass der Produzentenverband seine Position noch einmal ändern
werde. "Es kann kein Festival ohne die Kreativen geben". (APA)