Spekulationen um Mannesmann und Vivendi

18. Jänner 2000, 11:04

Möglicherweise mit französischem Partner gegen Vodafone-Angebot

Düsseldorf - Die Mannesmann AG will sich im Kampf gegen das feindliche Übernahmeangebot von Vodafone AirTouch möglicherweise nun doch mit dem französischen Mischkonzern Vivendi verbünden. Das berichtete die Londoner Zeitung "Financial Times" am Dienstag. "Es richtig, dass wir Diskussionen mit unseren Partner führen", sagte ein Mannesmann-Sprecher auf die Frage, ob sich der Düsseldorfer Konzern über ein Geschäft mit dem französischen Partner gegen die Vodafone-Offerte stemmen wolle. Es werde auch mit Vivendi gesprochen, fügte der Sprecher hinzu, ohne jedoch nähere Angaben zu Inhalten zu machen.

Die Zeitung hatte zuvor unter Berufung auf Firmenchef Klaus Esser berichtet, Mannesmann spreche mit Vivendi über ein Geschäft, das dem Düsseldorfer Konzern die Unabhängigkeit sichere. Demnach will Mannesmann den 44-Prozent-Anteil Vivendis an dem zweitgrößten französischen Mobilfunkbetreiber Cegetel erwerben. Mannesmann ist bereits Teilhaber bei Cegetel und würde mit dem Vivendi-Paket mehr als die Hälfte an dem Unternehmen besitzen. Wie es in der "Financial Times" weiter hieß, will Vivendi im Gegenzug für die Cegetel-Beteiligung einen Mannesmann-Anteil kaufen und dem Düsseldorfer Konzern damit beim Kampf gegen Vodafone zur Seite stehen. Essers Worten zufolge sei jedoch noch keine Einigung mit Vivendi erzielt worden.

Der Mannesmann-Sprecher sagte auf Reuters-Anfrage weiter: "Dass wir Interesse an Frankreich haben, haben wir immer gesagt." Auf den angeblichen Einstieg seines Konzerns bei Cegetel wollte der Sprecher jedoch nicht eingehen. "Alles andere ist Bewertung", fügte der Sprecher mit Blick auf den Bericht der "Financial Times" hinzu. Mannesmann und Vivendi hatten erst kürzlich Berichte um ein Zusammenrücken gegen Vodafone dementiert beziehungsweise nicht kommentieren wollen.

Vivendi will Cegetel-Anteil nicht verkaufen

Der französische Mischkonzern Vivendi will seine Beteiligung am Mobilfunkbetreiber Cetegel nicht verkaufen. Das erklärte das Unternehmen am Dienstag in Paris. Die "Financial Times" hatte zuvor berichtet, Mannesmann spreche mit Vivendi über ein Geschäft, das dem von einer feindlichen Übernahme bedrohten Düsseldorfer Konzern die Unabhängigkeit sichere. Mannesmann wolle den 44-Prozent-Anteil Vivendis an dem zweitgrößten französischen Mobilfunkbetreiber Cegetel erwerben. Mannesmann ist bereits Teilhaber bei Cegetel und würde mit dem Vivendi-Paket mehr als die Hälfte an dem Unternehmen besitzen. (APA/Reuters)

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