Rice fordert von Berlin und Paris mehr Geld für Wiederaufbau

31. Oktober 2003, 18:58
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Iraker dürften nicht "Geiseln" für Streit sein - Rumsfeld kündigt rascheren Aufbau der irakischen Sicherheitskräfte an

New York - Mit scharfen Worten hat US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice Länder wie Deutschland und Frankreich aufgefordert, ihre "Verweigerungshaltung" beim Wiederaufbau des Irak aufzugeben. "Wie lange noch soll die Zukunft des irakischen Volks als Geisel herhalten für die Meinungsverschiedenheiten, die wir möglicherweise einmal hatten", sagte Sicherheitsberaterin von US-Präsident George W. Bush am Donnerstag vor ausländischen Journalisten in New York. Sie rief alle Länder auf, die Streitigkeiten hinter sich zu lassen, um gemeinsam der irakischen Bevölkerung zu helfen.

Bei der Geberkonferenz in Madrid hatten Deutschland, Frankreich und Russland es abgelehnt, sich mit eigenen Beiträgen am Wiederaufbau des Irak zu beteiligen. Gleichzeitig aber beteiligen sich Paris und Frankreich an der EU-Aufbauhilfe für den Irak.

Als Reaktion auf die jüngsten Anschlagsserien in Bagdad wollen die USA den Aufbau der irakischen Sicherheitskräfte weiter beschleunigen. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte am Donnerstag, mit Hilfe der vom Kongress bewilligten Gelder in Höhe von 18,4 Milliarden Dollar könnten alle irakischen Sicherheitsbereiche rascher als bisher ausgebaut werden, von den Grenzkontrollen bis hin zum Zivilschutz.

Einige der Polizisten seien schon jetzt im Einsatz, obwohl sie ihre achtwöchige Grundausbildung noch nicht abgeschlossen hätten, sagte Rumsfeld. Er bezifferte die aktuelle Zahl der irakischen Sicherheitskräfte mit 100.000. Ihre Zahl werde aber schon bald die Zahl der im Irak stationierten 130.000 US-Soldaten überschreiten.

Gleichzeitig kündigte das US-Außenministerium eine neue diplomatische PR-Initiative für den Irak an. Nach Angaben von Ministeriumssprecher Richard Boucher werden 24 besonders ausgebildete Diplomaten in alle 18 Regionen des Irak entsandt, um für die Politik der USA zu werben. Sie sollen die 53 Diplomaten verstärken, die bereits innerhalb der US-Zivilverwaltung und mit dem amtierenden irakischen Regierungsrat arbeiten, sagte Boucher. Er betonte, alle Betroffenen hätten sich für die Aufgabe freiwillig gemeldet. (APA)

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