Niederösterreich: Behörden auf der Spur eines Futtermittelskandals

31. Oktober 2003, 19:50
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Händler soll tausende Tonnen konventionelle Tiernahrung mit Bio-Produkten gemischt und verkauft haben

St. Pölten - Einem mutmaßlichen Futtermittelskandal in Niederösterreich sind derzeit Behörden und Bio-Verbände auf der Spur.

Laut Auskunft von "Bio Ernte Austria" besteht der Verdacht von "schweren Unregelmäßigkeiten". Ein Händler soll in den Jahren 2000 und 2001 tausende Tonnen konventionelle Tiernahrung mit Bio-Produkten gemischt und anschließend verkauft haben.

Schock unter Bauern

Seitens der Bio-Kontrollstelle Austria Bio Garantie (ABG) wurde bereits Anzeige bei der Lebensmittelbehörde erstattet und die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. "Die Biobauernschaft ist natürlich schockiert. Der illegale Vertrieb dürfte sehr professionell angelegt gewesen sein", sagte Hannes Tomic von "Bio Ernte Austria". Der Verband unterstütze die laufenden Ermittlungen "sehr aktiv".

Neues Sicherheitssystem

Als Konsequenzen wurden - neben konkreten Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Bio-Qualitätssicherungssystems - ein spezielles EDV-Warenflusskontrollsystem ("Bio Stock Manager") in ganz Österreich eingeführt. Dabei handelt es sich laut Tomic um das modernste Europas: "Hätten wir dieses System schon damals gehabt, wären diese Unregelmäßigkeiten nicht möglich gewesen." (APA)

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