Lainzer Ex-Pflegedirektor als Zeuge

30. Oktober 2003, 19:46
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Betreuung sei durch personelle Maßnahmenim Geriatriezentrums "Am Wienerwald" ausreichend gewesen

Wien - Keine groben Mängel in der Betreuung sah der ehemalige Pflegedirektor des Geriatriezentrums "Am Wienerwald" (GZW), Günther Pelikan, bei seiner Einvernahme vor dem Wiener Pflege-U-Ausschuss im Rathaus. Eine ausreichende Betreuung sei durch personelle Maßnahmen im GZW gewährleistet gewesen. Kritik übte er an den Aussagen der Prüfungsleiterin der MA 47, Johanna Ehmsen-Höhnl, die ihn vor der Kommission belastet hatte.

Verteidigung der Führungsweise

Pelikan, der von 28. März 2001 bis zum 30. Juli heurigen Jahres in der Pflegeeinrichtung in Lainz tätig war, verteidigte seine Führungsweise: Durch Maßnahmen wie die Kürzung von unbezahlten Urlauben, Dienstfreistellungen und Fortbildungen habe er dem Personalmangel im GZW entgegengewirkt. Insgesamt seien 70 Dienstposten unbesetzt geblieben. Damit habe er auf einen entsprechenden offenen Brief der Personalvertreter, der im März 2003 an ihn ergangen war, reagiert.

Mitarbeiter

Er habe auch der Gesundheitsstadträtin Elisabeth Pittermann (S) eine Darstellung der Mitarbeitersituation übermittelt. Dies habe jedoch nicht verhindert, dass weitere Mitarbeiter an das Geriatriezentrum Süd abgewandert seien. Die Zahl von 70 freien Planstellen habe er gerade noch halten können.

Schlecht geführte Pflegedokumentation

Die Vorwürfe Ehmsen-Höhnls, er habe auf Vorhaltungen im Rahmen einer Kontrolle mit Desinteresse reagiert, wies er zurück. Die Prüfungsleiterin sei bei ihrer Visite nicht auf die im GZW vorgesehenen Standards und Vorschriften eingegangen. Vielmehr habe sie darauf bestanden, die Umstände "so zu sehen, wie sie es gerne hätte". Hinsichtlich der ebenfalls bekrittelten schlecht geführten Pflegedokumentation gestand er zwar zu, diese seien nicht einwandfrei geführt worden. Es sei aber davon auszugehen, dass das Stationspersonal mehr Leistungen erbracht habe, als festgehalten wurden.

Stress bei Überprüfung

Angebliche Pflegemängel bei der Patientin, wie etwa schmutzige Fingernägel und Bekleidung, wertete er als Ausnahmefall. Dass zudem in Laufe der Kontrolle keine zuständige Stationsschwester gefunden werden konnte, führte er auf Stress bei den Mitarbeitern durch die Überprüfung zurück.

Zu seiner Abberufung als Pflegedirektor im Sommer sagte er, diese sei nicht auf die so genannte Causa Lainz zurückzuführen. Vielmehr habe er drei Jahre lang jeweils einen befristeten Vertrag gehabt, da er die erkrankte ursprüngliche Direktorin ersetzt habe. Auch ein Disziplinarverfahren gegen ihn sei nicht anhängig.(APA)

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    Lainzer Ex-Pflegedirektor Guenther Pelikan nach seiner Einvernahme vor dem Wiener Pflege-U-Ausschuss

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