Sozialistische Internationale fordert neue Weltordnung

30. Oktober 2003, 19:13
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Kritik an unilateraler Politik der USA

Sao Paulo - Die Sozialistische Internationale (SI) hat zum Abschluss ihrer dreitägigen Tagung in Sao Paulo am Mittwoch eine neue Weltordnung gefordert. Zugleich verurteilte sie die unilaterale Politik der Vereinigten Staaten.

Die von den 600 Delegierten linker Parteien aus der ganzen Welt verabschiedete "Erklärung von Sao Paulo" setzt sich kritisch mit der Globalisierung auseinander. Sie begünstige die reichen Ländern und große Unternehmen zum Schaden der armen Länder auf dem Globus. Ohne den US-Präsidenten George W. Bush direkt beim Namen zu nennen, spricht die Erklärung "von dem Versuch Neokonservativer, alle Formen des globalen Regierens zu beseitigen, die Rolle der Vereinten Nationen zu minimieren, die multilateralen Institutionen zu schwächen, den Unilateralismus und die Weihung des Marktes zu fördern und anderen den Willen der Mächtigen aufzuzwingen, um über die Zukunft der Menschheit zu bestimmen".

Der Unilateralismus der USA mache es schwer, die neue Weltordnung zu etablieren, die die Sozialistische Internationale anstrebe, sagte der Präsident der SI, Antonio Guterres. "Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es eine neue Vision, und wir brauchen auch heute eine neue Vision." Mit der derzeitigen US-Regierung sei ein Dialog über diese neue Vision nur schwer zu führen, sagte Guterres weiter. Dennoch müsse man mit den USA sprechen. Die USA müssten in die Lösung der drängenden Probleme der Welt einbezogen werden.

Mit einem Aufruf zur Reform der Vereinten Nationen hatte der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva am Montag die Tagung der Sozialistischen Internationale eröffnet. "Der einzige Krieg, den wir führen sollten, ist der gegen Hunger und Ungleichheit", sagte Silva. "Dieser Krieg ist es wert, ihn zu führen." Weiter erklärte er, Handelshemmnisse wie Agrarsubventionen müssten abgebaut werden. (APA/AP)

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    Lula: "Der einzige Krieg, den wir führen sollten, ist der gegen Hunger und Ungleichheit"

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