Brasilien: Zweitgrößte Gewerkschaft bricht mit Präsident da Silva

31. Oktober 2003, 10:14
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Fuerza Sindical wirft Lula Verleumdung im Wahlkampf vor

Sao Paulo - Ein Jahr nach dem Wahlsieg von Brasiliens Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva hat der zweitgrößte Gewerkschaftsverband des Landes der Regierung die Zusammenarbeit aufgekündigt. Der Präsident der Fuerza Sindical sei von seinem Amt im regierungsnahen Wirtschafts- und Sozialentwicklungsrat zurückgetreten, berichtete die brasilianische Presse am Mittwoch.

In dem Rat sind die wichtigsten Berater von Lula, der vor seiner Präsidentschaft Gewerkschaftsführer war, versammelt. Zudem kündigte Fuerza Sindical-Präsident Paulo Pereira da Silva an, seine Gewerkschaft werde alle Aktionen und Treffen mit dem landesweit größten, von Lula gegründeten Gewerkschaftsbund, aussetzen.

Fuerza Sindical-Präsident Paulo Pereira da Silva begründete seine Entscheidung mit Enthüllungen der brasilianischen Zeitschrift Veja. Dem Bericht vom vergangenen Wochenende zufolge hatten Lulas Berater während des Wahlkampfes Ende 2002 Mitarbeiter damit beauftragt, kompromittierendes Material über die Gegenkandidaten zu suchen und an die Presse durchsickern zu lassen. Lula hatte am 27. Oktober 2002 die Präsidentschaftswahlen gewonnen. Die Fuerza Sindical umfasst 1860 Einzelgewerkschaften mit insgesamt etwa 16 Millionen Mitgliedern im ganzen Land. (APA)

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