IRA will vorerst nicht weiter abrüsten

30. Oktober 2003, 18:54
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Protestantenführer Trimble müsse erst wieder zur Zusammenarbeit mit Sinn Fein bereit sein

Belfast - Im Streit um die Waffenvernichtung in Nordirland hat die katholische Untergrundorganisation IRA die Forderungen von Protestantenführer David Trimble als "völlig inakzeptabel" zurückgewiesen. Wenn die Protestantenführung die Entwaffnungsschritte der IRA nicht anerkenne, gebe es "wenig Aussicht" auf die Fortsetzung des Friedensprozesses, erklärte die IRA am Mittwoch.

Vergangene Woche hatte die IRA nach Angaben des Chefs der internationalen Entwaffnungskommission für Nordirland, John de Chastelain, zum dritten Mal Waffen in größerem Umfang unschädlich gemacht. Trimble, Vorsitzender der Ulster Unionist Party (UUP) und früherer nordirischer Ministerpräsident, verlangte jedoch eine Inventarliste des am 21. Oktober zerstörten Waffenarsenals als Beweis.

Wahlen am 26. Oktober

Die UUP macht diese Liste zur Bedingung für eine erneute Zusammenarbeit mit dem politischen Arm der IRA, Sinn Fein, im Parlament und in einer Allparteienregierung. Für den 26. November sind in Nordirland Wahlen angesetzt.

Der britische Premier Tony Blair bestand am Dienstag darauf, dass die Wahlen auch ohne Einigung über die Waffenvernichtung stattfinden sollten. Beobachter befürchteten jedoch, dass ein Rückzug der Protestanten aus dem nordirischen Parlament fatale Folgen für das im April 1998 verabschiedete Friedensabkommen haben würde. (APA/dpa)

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    Ein IRA-Mitglied posiert mit einem Raketenwerfer für einen Kalender der IRA

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