Sie trauen sich wieder

29. Oktober 2003, 19:07
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Kommentar: FPÖ-Bundesrat vergleicht Holocaust mit Fristenlösung

Der (einschlägig bekannte) John Gudenus, FPÖ-Bundesrat, vergleicht in einem Leserbrief ans profil den Holocaust mit der Fristenlösung: "Demokratische Regime unterscheiden sich vom Nationalsozialismus u.a. auch dadurch, dass die Schreibtischtäter à la Eichmann durch die Abstimm-Mörder auf den Parlamentsbänken ausgetauscht wurden, mit dem Erfolg, dass jetzt zehnmal mehr Unschuldige völlig legal umgebracht werden als Hitler legal ermorden ließ."

Ähnlich, nur nicht so kalt kalkuliert, ein Unternehmer namens Ronald Seunig, der an der tschechischen Grenze ein Duty-free-Geschäft betreibt. Der lud einen trend-Redakteur zu sich ins Haus, zeigte ihm freudig ein Hitler-Porträt als Deckengemälde und lieferte die einschlägigen Sprüche dazu: "Es war nicht alles schlecht, besonders nicht die Beschäftigungspolitik", und Hitler habe ja den Krieg gar nicht angefangen, sondern "man hat ihn provoziert". Vom STANDARD damit konfrontiert, sagt Seunig, er habe das aus Büchern und man müsse ja "Tabus brechen". Im Übrigen weiß er, dass die Amis natürlich die Flugzeuge selbst ins World Trade Center gestürzt haben. Ein Leserbrief, ein Interview - sie trauen sich wieder. Warum wohl? (rau/DER STANDARD, Printausgabe 29.10.2003)

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