Drei Veteranen an Bashars Seite

30. Oktober 2003, 19:23
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Minister von Hafiz al-Assad versehen auch heute noch ihr Amt

Die Schatten des Vaters sind immer noch lang: Seit Bashar al-Assad im Juni 2000 nach dem Tod seines Vaters das Amt des Staatschefs übernahm, weichen vor allem drei Weggetreue von Hafiz al-Assad dem Sohn nicht von der Seite - Vizepräsident Abdul Haleem Khadam, seit den 70er-Jahren eine Schlüsselfigur des Regimes, Außenminister Farouk Sharah (seit 1984 im Amt) und Verteidigungsminister Mustafa Tlass (1972).

Tlass ist auch in Österreich kein Unbekannter: Anfang 1977 geriet er in die heimischen Schlagzeilen, weil er über seinen Freund Karl Lütgendorf (damals Verteidigungsminister unter Bruno Kreisky) Steyr-SSG-Waffen nach Syrien importiert hatte. Über Lütgendorfs Vermittlung hatte der sehr an Steyr-Produkten interessierte Tlass gemeinsam mit hohen Offizieren auch an Jagden in Hollenstein teilgenommen. Aufgeflogen ist die Sache, weil dafür auch die nötige Militärmunition geliefert wurde. Lütgendorf ist 1981 erschossen worden - ob von eigener Hand, wurde wiederholt bezweifelt.

Gemeinsam mit dem jungen Staatschef teilen die drei Veteranen die Antipathie gegen Islamisten im Land. Die Muslimbrüderschaft hatte ein Attentat auf Hafiz al-Assad versucht. Dass es in Syrien heute Schläferzellen der Al-Kaida gibt, bestreiten Regimevertreter nicht. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 30.10.2003)

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