EU und Washington wollen Vorreiter bei Biometrie-Einsatz sein

30. Oktober 2003, 19:13
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Gemeinsamer Standard bei digitalem Fingerabdruck

Berlin/New York - Die USA und Deutschland wollen gemeinsam auf einen internationalen Standard bei der Verwendung biometrischer Daten wie dem digitalem Fingerabdruck in Ausweispapieren und Visa hinarbeiten. Ziel sei eine Verstärkung des Schutzes vor terroristischen Anschlägen, betonte der US-Minister für Innere Sicherheit, Tom Ridge, am Mittwoch nach einem Treffen mit dem deutschen Innenminister Otto Schily (SPD) in Berlin. "Wir wollen nicht, dass Terroristen von offenen Grenzen profitieren."

"Zügig"

Schily zufolge streben beide Länder zunächst die Einführung des digitalen Fingerabdrucks sowie von Daten zur Gesichtserkennung in Reisevisa an. Eine entsprechende Einigung zwischen den Vereinigten Staaten und der EU solle "zügig" vorangetrieben werden, fügte der deutsche Innenminister an. EU und USA könnten dabei eine "Vorreiter"-Rolle übernehmen, um einen "weltweiten" Biometrie-Standard zu erleichtern. Schily betonte, dass ohne die angestrebte länderübergreifende Regelung der "internationale Reiseverkehr erheblich erschwert" würde.

Die US-Regierung hatte am Dienstag ein neues Grenzkontroll-System vorgestellt, mit dessen Hilfe die Visa von Einreisenden besser überprüft werden sollen. Die neue biometrische Technik, zu der Digitalkameras, Scanner und Fingerabdrücke mit farbloser Tinte gehören, werde ab 31. Dezember in den größten Airports und Häfen des Landes eingesetzt, teilte das US-Heimatschutzministerium in Washington mit. Deutschland wirbt auf EU-Ebene in der Gruppe der fünf größten EU-Staaten - zusammen mit Spanien, Frankreich, Großbritannien und Italien - für die Erfassung biometrischer Daten im Reiseverkehr. (APA/dpa)

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