Deutschland: Hohe Haftstrafen nach Anschlag auf Asylheim gefordert

30. Oktober 2003, 16:43
posten

Neun und sieben Jahre - Neun Angeklagte sollen Molotow-Cocktails auf Gebäude geworfen haben

Gera - Im Prozess um den Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Greiz (ostdeutsches Bundesland Thüringen) hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch vor dem Landgericht Gera hohe Haftstrafen wegen versuchten Mordes, versuchter schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung gefordert. Danach sollen die beiden Hauptangeklagten im Alter von 19 und 18 Jahren für neun Jahre und neun Monate beziehungsweise für sieben Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Für die Mitangeklagten wurden Strafen von zwei Jahren Jugendhaft mit Bewährung bis zu sechs Jahren und neun Monaten Gefängnis nach Erwachsenenstrafrecht beantragt.

Vor Gericht stehen insgesamt sieben Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 18 und 45 Jahren. Die Staatsanwalt wirft ihnen vor, im Jänner 2003 einen Brandanschlag auf das Heim verübt zu haben, in dem 69 Ausländer untergebracht sind. Laut Anklage sollen sie mit zwei Molotowcocktails zu der Unterkunft gezogen sein. Einer der Männer habe eine mit Benzin gefüllte Flasche auf einen Angehörigen des Wachpersonals geworfen. Der Wachmann habe jedoch den Brandsatz auffangen und wieder zurückwerfen können. Der zweite Molotow-Cocktail habe nur geringen Schaden angerichtet. Bei dem Übergriff sei auch viel Alkohol im Spiel gewesen, hieß es. (APA/dpa)

Share if you care.