Holocaust-Leugner Irving sorgt in Ungarn für Skandal

30. Oktober 2003, 18:52
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Revolution von 1956 soll gegen "Judenregierung" gerichtet gewesen sein

Budapest - Der rechtsextreme Buchautor David Irving hat in Ungarn mit diskreditierenden Äußerungen über die antisowjetische ungarische Revolution von 1956 für einen Medienskandal gesorgt. Wie ungarische Zeitungen am Mittwoch berichteten, strich die Leitung des staatlichen ungarischen Fernsehens MTV eine politische Sendereihe aus dem Programm, nachdem der Brite in deren letzter Folge gesagt hatte, die Revolution von 1956 sei "an ihren ersten zwei Tagen" ein "antisemitischer Pogrom" gewesen, der sich gegen die damalige "Judenregierung" gerichtet habe.

Irving, in vielen Ländern als Holocaust-Leugner und Hitler-Sympathisant geächtet, hat in Deutschland, Österreich und anderen Ländern Einreiseverbot.

Buchpräsentation

Irving befand sich aus Anlass der alljährlich im Oktober stattfindenden Revolutions-Gedenkfeiern in Budapest, auf Einladung der ultra-rechten, derzeit außerparlamentarischen Partei der Gerechtigkeit und des Lebens (MIEP). Dabei wurde auch sein jetzt auf Ungarisch erschienenes Buch "Felkeles" (Aufstand) über die Revolution von 1956 präsentiert. Bei dieser Buchpräsentation fielen die Äußerungen, die das ungarische Fernsehen am vergangenen Sonntag sendete. Die entsprechende Sendereihe "Ejjeli Menedek" ("Nachtasyl") war zur Zeit der 2002 abgewählten rechtskonservativen Regierung des Ministerpräsidenten Viktor Orban eingeführt worden.

Die Leitung von MTV erklärte, durch die "unkontrollierte" Übertragung der "verzerrten und falschen" Darstellung Irvings sei das ungarische Volk "beleidigt" und das Andenken der Revolution "beschmutzt" worden. (APA/dpa)

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    David Irving, rechtsextremer "Historiker"

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