Wieder Zwischenfall an der Grenzanlage am Gaza-Streifen

29. Oktober 2003, 15:00
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Armee um geringfügige Lockerung der Abriegelung in Autonomiegebieten bemüht

Jerusalem/New York - Israelische Soldaten haben am Mittwoch einen Palästinenser erschossen und einen weiteren verwundet, die in die Sperrzone der Grenzanlage zwischen dem Gaza-Streifen und Israel eingedrungen waren. Nach Armeeangaben waren die Männer unbewaffnet und trugen Mobiltelefone, Landkarten und Informationen über Militärpatrouillen bei sich. Sie hätten offenbar Informationen für einen Anschlag sammeln wollen. Der Zwischenfall ereignete sich in der Nähe der Ortschaft Nahal Oz.

Leichte Lockerung der Abriegelung

Die Streitkräfte bemühte sich unterdessen bei der Regierung um eine leichte Lockerung der Abriegelung von Westjordanland und Gaza-Streifen, die vor einem Monat vor dem jüdischen Neujahrsfest aus Sorge vor Anschlägen verhängt worden war. Betroffen sind fast drei Millionen Palästinenser, die seither nicht nach Israel einreisen und ihre Wohnorte nicht verlassen dürfen. Im Armeerundfunk hieß es, es werde geprüft, ob 3.000 Händler aus dem Westjordanland nach Israel einreisen und 1.500 Palästinenser in das unter israelischer Kontrolle stehende Industriegebiet Atarot im Westjordanland gelangen dürften.

Städte bleiben abgeriegelt

Die palästinensischen Städte blieben abgeriegelt, hieß es. Es sei klar, dass jeder Druck auf die palästinensische Bevölkerung letztlich neuen Terror schaffen werde, sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Siv Boim. "Es ist kein einfaches Dilemma, wie wir damit umgehen sollen."

Unterdessen erlag ein 16-Jähriger den Verletzungen, die er bei einem israelischen Raketenangriff auf das Flüchtlingslager Nusseirat in der vergangenen Woche erlitten hatte. Die Zahl der Todesopfer des Angriffs stieg damit auf zwölf.

UNO-Generalsekretär Kofi Annan würdigte am Dienstag eine private Friedensinitiative des israelischen Admirals Ami Ayalon und des palästinensischen Professors Sari Nusseibeh. Beide sammelten nach eigenen Angaben seit Beginn ihrer Kampagne vor drei Monaten die Unterschriften von 100.000 Israelis und 60.000 Palästinensern. Derartige, vom Volk ausgehende Initiativen könnten eine wichtige Rolle dabei spielen, die für einen Frieden nötige Eigendynamik zu entwickeln, sagte Annan nach einem Treffen mit Ayalon und Nusseibeh. Annan würdigte zugleich eine weitere inoffizielle Friedensinitiative des israelischen Politikers Yossi Beilin und seines palästinensischen Kollegen Yasser Abed Rabbo. (APA/AP)

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