Diebstahl in Pompeji

29. Oktober 2003, 11:56
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Wertvolle Marmorteile aus dem Ausgrabungsgelände entwendet

Rom - Unbekannte sind in die archäologischen Ausgrabungen von Pompeji eingedrungen und haben wertvolle Marmorteile einer Wasserzisterne in einer antiken Villa gestohlen. Die Kunstdiebe drangen in das "Haus der Ceii" ein, einer kleinen Villa aus dem Jahr 79 vor Christus, die vom Ausbruch des Vesuvs teilweise verschont worden war, berichteten italienische Medien am Mittwoch. Die Villa ist vor allem wegen seiner Fresken mit Szenen von Gladiatorenkämpfen bekannt.

Laut den Ermittlern drangen die Diebe nachtsüber in die Villa und konnten ungestört mit dem 30 Kilo schweren Marmorstück untertauchen. Die Videokameras, die das Gelände überwachen hätte sollen, funktionierten nicht. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Diebe im Auftrag von Sammlern handelten.

Kriminelle Vorgeschichte

Erst vor sechs Monaten waren wertvolle Fresken im "Haus der keuschen Liebhabern", einer antiken Villa in Pompeji, gestohlen und schwer beschädigt worden. Ein Großteil eines Freskos, auf dem zwei Liebhaber porträtiert sind, wurde von der Wand weggerissen und zerstückelt. Von der Wand abmontiert wurde auch ein Fresko mit einem Durchmesser von 34 Zentimetern, auf dem eine engelhafte Figur zu sehen war. Die Fresken wurden wenige Tage später verpackt in einer Baustelle unweit von der Villa entdeckt. Laut Polizei hätten sie ins Ausland gebracht werden sollen.

Der Diebstahl in Pompeji droht weitere Polemik um die Sicherheit der Ausgrabungen zu nähren. "Das Kunstministerium arbeitet an einer Umstrukturierung des Überwachungssystems, doch bis jetzt ist noch nichts getan worden", bemängelte der Archäologe Giovanni Guzzo, der für die Ausgrabungen in Pompeji verantwortlich ist. Das archäologische Gelände und die meisten noch erhaltenen Villen seien nur von einfachen Zäunen geschützt, die wenig gegen Diebe bewirken können.

Hintergrund

Die römische Stadt Pompeji war bei einem Vesuv-Ausbruch im Jahr 79 völlig zerstört worden, Tausende Menschen kamen im Aschenregen ums Leben. Die Ausgrabungsstätte ist heute eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Italiens und zählt etwa 8.000 Besucher täglich. (APA)

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