Montenegro: Organisierte Kriminalität verursacht Millioneneinbußen

30. Oktober 2003, 13:44
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Für NGO liegen Gründe dafür in "Koalition von Großkapital, Großkriminalität und Großpolitik"

Belgrad/Podgorica - Die montenegrinische Staatskasse verbucht wegen der Organisierten Kriminalität weiterhin hohe Einbußen. Sie dürften sich auf mehrere hundert Millionen Euro jährlich belaufen. Dies behauptet der Leiter der im Vorjahr entstandenen montenegrinischen NGO "Gruppe für Veränderungen", Nebojsa Medojevic.

Gegenüber dem Belgrader Sender B-92 veranschaulichte Medojevic seine Behauptungen an mehreren Beispielen. Nach Angaben der montenegrinischen Notenbank wurden im Vorjahr in die kleine Republik Lizenzzigaretten im Gesamtwert von einer Million Euro importiert. Laut Medojevic entspricht dies dem Wert der Schmuggelzigaretten, die in nur einer Woche auf den Straßen des Verwaltungszentrums Podgorica verkauft würden.

Zigarettenschmuggel

Allein durch den Zigarettenschmuggel dürften der Staatskasse nach seiner Schätzung jährlich Einnahmen in Höhe zwischen 30 bis 40 Millionen Euro entgehen. Auch das Erdöl ist ein wichtiges Schmuggelgut. Der offizielle Erdölverbrauch beläuft sich auf 40 Millionen Euro. Gleichzeitig werden aber für die Erdölimporte 200 Millionen Euro pro Jahr bezahlt. Dies bedeutet, dass ein Großteil der Erdölimporte nicht besteuert wird.

Medojevic ist vom Mangel eines klaren politischen Willens zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität in Montenegro überzeugt. In der kleinen Republik wirkt seiner Ansicht nach weiterhin die "Koalition von Großkapital, Großkriminalität und Großpolitik nach Beispiel einiger lateinamerikanischer Staaten". (APA)

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