Haubner: Kindergeld verdoppelt Mütter-Erwerbstätigkeit

29. Oktober 2003, 12:18
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Grüne Familiensprecherin verweist auf OECD-Wirtschaftsbericht, der das Gegenteil bestätige

Wien - Das Kindergeld hat laut FPÖ-Staatssekretärin Ursula Haubner zu einer Verdoppelung der Erwerbstätigkeit von jungen Müttern geführt. "Von Jänner bis Dezember 2002 hat sich die Zahl jener Bezieherinnen von Kindergeld verdoppelt, die über der Geringfügigkeitsgrenze erwerbstätig sind", sagte Haubner am Mittwoch in einer Aussendung.

Damit habe sich die im OECD-Wirtschaftsbericht Österreich 2002-2003 enthaltene Annahme, das Kinderbetreuungsgeld könnte das Angebot weiblicher Arbeitskräfte verringern, "ins Gegenteil gekehrt", meinte Haubner. Es habe aber auch schon eine WIFO-Studie festgestellt, dass sich durch die Einführung des Kindergelds Frauen mit Kleinkindern nun seltener und weniger lang in einem finanziell und verfassungsrechtlich ungesicherten Status befänden.

"Haubner verdreht Tatsachen zum Kindergeld"

Gänzlich anderer Meinung ist dagegen die Familiensprecherin der Grünen, Sabine Mandak: "Der jüngste OECD-Wirtschaftsbericht bestätigt eindrücklich die Fehler der österreichischen Familienpolitik. Insbesondere auf die beschäftigungssenkende Wirkung des Kindergeldes wird darin neuerlich hingewiesen," so die Familiensprecherin der Grünen, Sabine Mandak. Dies, sowie ein Absinken der Väterkarenz seit Einführung des Kindergeldes, wurden bereits heuer im Frühjahr in einer WIFO-Studie festgestellt.

"Es ist völlig absurd, wenn Staatssekretärin Haubner behauptet, dass sich die Frauenerwerbstätigkeit durch das Kindergeld verdoppelt habe. Denn die erwähnte WIFO-Studie stellte fest, dass im Zeitraum 2001 bis 2002 der Anteil der unselbständig Beschäftigten Frauen an allen Frauen mit Kindern bis zu 30 Monaten von 20 Prozent auf 17 Prozent sank. Statt Tatsachen zu verdrehen, sollte die Regierung die Empfehlung des OECD-Berichtes befolgen, Gelder in die Schaffung von Kinderbetreuungsstätten umzuschichten," so Mandak. Sie fordert einen sofortigen Stufenplan zum Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen sowie finanzielle Unterstützung der Länder durch den Bund dafür. "Es ist frappierend, wie beharrlich die österreichische Regierung internationale Empfehlungen ignoriert", so Mandak abschließend. (APA/red)

  • Der Streit um die positive oder negative Wirkung des Kindergeldes auf die Frauenerwerbstätigkeit geht weiter...
    foto: standard/cremer
    Der Streit um die positive oder negative Wirkung des Kindergeldes auf die Frauenerwerbstätigkeit geht weiter...
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