UNO: "Chemiewaffen dürfen nicht in Hände von Terroristen gelangen"

30. Oktober 2003, 10:23
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UN-Mitglieder zur Umsetzung von Waffenkonvention aufgefordert

Singapur - Die Vereinten Nationen haben einen dringenden Appell an ihre Mitgliedsstaaten gerichtet, die Weitergabe von Chemiewaffen an Terroristen zu verhindern. Die Umsetzung der entsprechenden Konvention sei "alles andere als zufriedenstellend", sagte der Direktor der UN-Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW), Rogelio Pfirter, am Mittwoch in Singapur.

Bisher seien lediglich 40 Prozent der 157 Unterzeichnerstaaten ihren Verpflichtungen mit Gesetzen nachgekommen, die die Weiterverbreitung von Chemiewaffen verringern sollten. "Wir müssen sicherstellen, dass Terroristen keinen Zugang zu dieser Art von potenziell sehr tödlichen Waffen haben", betonte Pfirter bei einer Konferenz asiatischer Unterzeichnerstaaten.

Chemiewaffen seien eine "reale Gefahr" und müssten entsprechend behandelt werden, mahnte der OPCW-Chef weiter. Die Entstehung des internationalen Terrorismus habe diesem "sehr ernsten" Sicherheitsproblem eine weitere Dringlichkeit gegeben. Als positiv würdigte der Argentinier, dass Russland im April ein Prozent seiner Chemiewaffen zerstört habe. Zugleich mahnte er "wesentlich schnellere Fortschritte" an. Die 1997 in Kraft getretene Konvention zu Chemiewaffen schreibt vor, dass alle Waffen dieser Art bis spätestens 2007 vernichtet sein sollen. (APA)

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