Burma reagiert auf verschärfte Strafmaßnahmen Washingtons

30. Oktober 2003, 18:51
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USA wollen Freilassung von Friedensnobelpreis- trägerin Suu Kyi durchsetzen - Junta: Sanktionen behindern Drogenbekämpfung

Rangun - Die burmesische Militärjunta hat den USA vorgeworfen, mit ihren verschärften Sanktionen gegen das südostasiatische Land die Drogenbekämpfung zu behindern. Die amerikanischen Strafmaßnahmen würden der burmesischen Wirtschaft Schaden zufügen und die Mittel für den Kampf gegen Rauschgiftproduktion und -handel beeinträchtigen, heißt es in einer am Mittwoch in Rangun veröffentlichten Regierungserklärung. Washington will mit der Verschärfung der Sanktionen die Freilassung und freie politische Betätigung der Symbolfigur der burmesischen Demokratiebewegung, Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, durchsetzen.

"Zusammenarbeit mit Drogenbaronen"

Westliche Länder werfen dem Regime in Rangun seit Jahren Zusammenarbeit mit Drogenbaronen und Rauschgifthändlern vor. Burma ist der mit Abstand größte Produzent von Heroin. Im so genannten "Goldenen Dreieck" zwischen Burma, Laos und Thailand werden über siebzig Prozent des Rohopiums für die weltweite Heroinproduktion geerntet. Von dort werden große Rauschgiftmengen über die chinesische Provinz Yunnan nach Hongkong und Macao und dann weiter nach Europa und in die USA geschleust.

Opium-König

Der Opium-König des "Goldenen Dreiecks", Khun Sa, lebt unter dem Schutz der burmesischen Junta gut abgeschirmt in Rangun. Das Regime weigert sich, den gebürtigen Chinesen, der eigentlich Zhang Sifu heißt, an die USA auszuliefern.

Menschenrechtssituation

Die Menschenrechtssituation in dem südostasiatischen Land habe sich zwischen März und September "deutlich" verschlechtert, hat das State Department in seinem jüngsten Bericht festgestellt. Die UNO-Menschenrechtskommission hatte Burma durch Konsens wegen systematischer schwerer Menschenrechtsverletzungen und Zwangsarbeit verurteilt.

Der US-Kongress hatte im Juli mit überwältigender Mehrheit das Sanktionsgesetz gegen das Regime in Burma verabschiedet. Zu den Sanktionen gehört ein Einfuhrverbot für alle Waren aus dem Land in den nächsten drei Jahren, das vor allem den Textilsektor empfindlich treffen dürfte. Das bereits bestehende Einreiseverbot für Personen mit Verbindung zur Junta in Rangun wurde ausgeweitet und die US-Regierung angewiesen, alle Kreditentscheidungen der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds zu Gunsten von Burma abzulehnen. (APA/AFP)

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    Der Opium-König des "Goldenen Dreiecks", Khun Sa, hatte sich früher als Befreier des Shan-Volkes ausgegeben, seine Privatmiliz mit 10.000 Mann hatte 1996 den Kampf gegen die burmesischen Regierungstruppen eingestellt.

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