"Am Ende war es ein Schlachtfest"

31. Oktober 2003, 15:24
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Für den Glieder-Klub Schalke 04 brechen nach der 3:7-Pleite im Cup gegen Freiburg schwere Zeiten an - Heynckes und Assauer bleiben ruhig

Freiburg - Aus im Lieblings-Wettbewerb, Rekord-Pleite und sieben Treffer mitten ins Herz: Fußball-Bundesligist Schalke 04 hat nach vier Monaten Amtszeit von Startrainer Jupp Heynckes einen neuen Tiefpunkt erreicht und muss ausgerechnet vor dem Prestigeduell am Samstag gegen Bayern München und der Uefa-Cup-Partie am kommenden Donnerstag gegen Bröndby Kopenhagen aufpassen, nicht völlig auseinander zu brechen. Während Heynckes trotz des 3:7 (3:3, 1:2) n.V. in der zweiten Runde des DFB-Pokals beim SC Freiburg an eine "Wiederauferstehung" glaubt, zeichnete Torhüter Frank Rost ein düsteres Szenario.

Rost: "Ich bin hier das ärmste Schwein"

"Am Ende ist es ein Schlachtfest geworden, das spricht für sich. Ich bin hier das ärmste Schwein. Aber ich muss mich wohl daran gewöhnen, in der Schießbude der Liga zu stehen", redete sich Rost nach der historischen Niederlage in Rage. Sieben Gegentore hatte bis dato im Cup noch kein Bundesligist kassiert. Rost sieht deshalb vor dem Hit gegen die Bayern schwarz: "Die sind doch noch drei Klassen stärker als Freiburg."

Durchhalteparolen bei Assauer

Während Rost schonungslos Kritik übte, flüchtete Manager Rudi Assauer vorsichtshalber kommentarlos aus dem Stadion. Erst tags drauf äußerte sich der Ex-Profi und gab Durchhalteparolen aus: "Dann machen wir halt mal eine Durststrecke durch. Vor ein paar Jahren hätte auch keiner geglaubt, dass wir Vizemeister werden und zweimal den Pokal gewinnen."

Heynckes: "Werden Pleite wegstecken"

Zumindest Heynckes hat den Glauben an seine Spieler aber offenbar noch nicht verloren. "Meine Mannschaft hat sich erst in der Schlussphase in Unterzahl ergeben. Aber das Team wird auch diese bittere Pleite wegstecken. Wir müssen uns an den ersten 90 Minuten orientieren. Da war die Leistung in Ordnung", sagte der 58-Jährige.

Kritik an Varela

Den Schuldigen für die Niederlage hatte Heynckes schnell in Gustavo Varela ausgemacht. "Sein Foul an Ellery Cairo, das vor dem 3:4 zum Elfmeter und zur Gelb-Roten Karte geführt hat, war der Knackpunkt. Das war schlichtweg eine Undiszipliniertheit", wetterte Heynckes über den Urugayer, der nach langer Verletzungspause erst in der 76. Minute für Filip Trojan eingewechselt worden war. Zu allem Überfluss muss Heynckes gegen die Bayern auf Varelas Landsmann Dario Rodriguez verzichten, der sich einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zuzog und drei Wochen ausfällt.

Elf Minuten für die Ewigkeit

In der regulären Spielzeit hatten die Königsblauen zumindest Kampfgeist bewiesen. Christian Poulsen (37.) und Sergio Pinto (63.) hatten zunächst eine zweimalige Freiburger Führung durch den überragenden Soumaila Coulibaly (8.) und Alexander Iaschwili (42.) ausgeglichen. Nach Trojans Treffer zum 3:2 (68.) erzwang Dennis Kruppke (84.) die Verlängerung, in der Zlatan Bajramoviv (105.) per Foulelfmeter, zweimal Coulibaly (108., 112.) und Iaschwili (116.) die Knappen innerhalb von elf Minuten förmlich in ihre Einzelteile zerlegten.

Unsicherheitsfaktor Abwehr

Doch selbst bis zum 3:3 boten die Schalker wenig Erbauliches. Die Abwehr entpuppte sich erneut als Unsicherheitsfaktor. Im Mittelfeld fehlte ein Ideengeber, und der Angriff ließ trotz des bemühten Duos Edi Glieder und Mike Hanke über weite Strecken Durchschlagskraft vermissen. Auch der zurzeit formschwache Ebbe Sand konnte nach seiner Einwechslung einmal mehr keine Akzente setzen.(sid)

Ergebnisse vom deutschen Fußball-Cup (2. Runde) am Mittwoch:

  • Borussia Mönchengladbach - Borussia Dortmund 2:1 (2:0)
  • Eintracht Braunschweig - Hannover 96 2:0 (0:0)
  • TSG Hoffenheim - Karlsruher SC 4:0 (1:0)
  • SF Siegen - SpVgg Greuther Fürth 1:2 n.V. (1:1,0:1)
  • 1. FC Union Berlin - Bayer Leverkusen 0:5 (0:2)
  • SC Freiburg - FC Schalke 04 7:3 n.V. (3:3,2:1)
  • Alemannia Aachen - TSV 1860 München 5:4 i.E. (1:1,1:1,0:1)
  • SpVgg Unterhaching - Hamburger SV 2:4 (0:0)
  • Eintracht Frankfurt - MSV Duisburg 1:2 n.V. (1:1,1:1)
  • SSVg Velbert - Jahn Regensburg (Mario Stieglmair spielte durch und erzielte das 0:1) 1:2 n.V.

    Dienstag:

  • Wacker Burghausen - VfB Stuttgart 0:1 (0:0) Torschütze Imre Szabics (55.)
  • VfL Wolfsburg Amateure - 1. FC Köln 2:3 (1:2)
  • Bayern München - 1. FC Nürnberg 1:1 (1:1,1:1) n.V. Elferschießen 7:6 für die Bayern
  • Werder Bremen - VfL Wolfsburg 3:1 (1:1,0:1) n.V.
  • Hansa Rostock - Hertha BSC Berlin 2:2 (1:1,0:1) n.V. Elferschießen 4:3 für Hertha
  • FC St. Pauli - VfB Lübeck 2:3 (1:1,0:0) n.V.

    • Lashvili jubelt nach Treffer Sieben für Freiburg auch im Sitzen.

      Lashvili jubelt nach Treffer Sieben für Freiburg auch im Sitzen.

    • Auch Edi Glieder konnte sich nicht durchsetzen.

      Auch Edi Glieder konnte sich nicht durchsetzen.

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