Ägypten zweifelt am Friedensplan

29. Oktober 2003, 21:59
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Ungewöhnlich scharfer Ton des US-Partners: "Haltung der Bush-Regierung momentan unbefriedigend"

Kairo - In ungewöhnlich scharfem Ton hat die ägyptische Regierung die Politik Israels und der Vereinigten Staaten kritisiert. "Jeden Tag trifft die israelische Regierung Entscheidungen, die gegen die Prinzipien des Friedensplans (des Nahost-Quartetts) verstoßen", sagte Außenminister Ahmed Maher am Dienstag in Kairo. Das Ziel der israelischen Sperranlage im Westjordanland sei in erster Linie, zusätzliches Land zu annektieren. Durch diese Maßnahme sowie durch die Zerstörung von Häusern und die Einschränkung der Bewegungsfreiheit mache Ministerpräsident Ariel Sharon ein normales Leben für die Palästinenser unmöglich.

US-Haltung "momentan unbefriedigend"

Obwohl die ägyptische Regierung eng mit Washington zusammenarbeitet, erklärte Maher, die Haltung der Regierung von George W. Bush im Nahost-Konflikt sei momentan unbefriedigend. "Zu sagen, dass die Errichtung der Sperranlage Besorgnis erregend sei, ist keineswegs ausreichend", kritisierte er. "Von was für einem Friedensplan reden wir überhaupt noch?", fragte er. Ägypten hatte in den vergangenen Monaten in Abstimmung mit Washington mehrere Versuche unternommen, einen dauerhaften Waffenstillstand zwischen Israel und den Palästinensern zu erreichen. (APA/dpa)

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