BAT und Reynolds vereint

30. Oktober 2003, 19:26
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US-Geschäft zusammengelegt, Raucherklagen "ausgelagert"

London/Winston-Salem - Die Zigarettenfirmen RJ Reynolds Tobacco und British American Tobacco (BAT) legen ihr US-Geschäft zusammen. Wie die britische BAT mitteilte, wird die neue Gesellschaft mit einem Marktanteil von 30 Prozent und einem Volumen von 135 Mrd. Zigaretten pro Jahr die Nummer zwei auf dem US-Tabakmarkt sein.

BAT nabelt sich mit dieser Lösung auch von den amerikanischen Raucherklagen ab. Reynolds American wird für alle Verpflichtungen im Rahmen des Raucherklagen-Abkommens mit den US-Bundesstaaten verantwortlich. RJR Tobacco wird Brown & Williamson auch für alle laufenden und zukünftigen Klagen für seine US-Geschäfte entschädigen.

Die neue Gesellschaft wird auf einen Umsatz von zehn Mrd. Dollar (8,5 Mrd. Euro) kommen. BAT bringt seine US-Tochter Brown & Williamson in das Geschäft ein und hält künftig 42 Prozent der Anteile. Reynolds übernimmt 58 Prozent und zahlt dafür 2,6 Mrd. Dollar.

Weniger Kosten

Die Firmen versprechen sich jährliche Kostenersparnisse von 500 Mio. Dollar. Das neue Unternehmen mit dem Namen Reynolds American wird seinen Sitz in Winston-Salem (North Carolina) haben. Es hat einen Wert von rund 6,2 Mrd. Dollar. Reynolds wird der BAT auch 400 Mio. Dollar in bar für die Aktien der Zigarren- und Tabakfirma Lane Limited zahlen, die Dunhill-Tabakprodukte anbietet. RJR mit Zigarettenmarken wie Camel, Winston, Salem und Doral hatte kürzlich Massenentlassungen von 40 Prozent der Belegschaft angekündigt und will sich auf seine verkaufsstärksten Marken konzentrieren. Brown & Williamson bietet Zigaretten wie Pall Mall, Lucky Strike und Viceroy an. RJR und Brown & Williamson kämpfen gegen erfolgreiche Billigzigaretten-Anbieter, rasch steigende Zigarettensteuern, eskalierende Rauchverbote, Raucherklagen in Milliardenhöhe und den dominierenden Branchenführer Altria mit seiner US-Tochter Philip Morris USA. Philip Morris USA verfügt über Marlboro und hat einen amerikanischen Marktanteil von fast 50 Prozent. (DER STANDARD Printausgabe, 29.10.2003, dpa)

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