Von Atatürks Reformen bis zur EU-Kandidatur

31. Oktober 2003, 15:52
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Die wichtigsten Stationen in 80 Jahren moderner Türkei

Istanbul - Die moderne Türkei begeht am kommenden Mittwoch den 80. Jahrestag ihrer Gründung. Im folgenden ein Überblick über die wichtigsten Stationen der Republik:

24. Juli 1923: Der Vertrag von Lausanne legt die Staatsgrenzen der Türkei fest.

29. Oktober 1923: Die Republik wird ausgerufen. Mustafa Kemal, der später den Ehrennamen Atatürk erhält, ist der erste Präsident.

1925: Auf Initiative Atatürks wird der westliche Kalender eingeführt, die traditionelle Kopfbedeckung der Männer, der Fez, wird verboten. Der erste Kurdenaufstand der neuen Republik wird niedergeschlagen.

1928: Die Türkei schafft die arabische Schrift ab.

1933: Deutsche Gelehrte finden in der Türkei Zuflucht vor den Nazis.

1934: Die Türken erhalten nach westlichem Vorbild erstmals Familiennamen. Das Frauenwahlrecht wird eingeführt.

10. November 1938: Atatürk stirbt. Sein Weggefährte Ismet Inönü wird neuer Präsident.

21. Juli 1946: Erste Mehrparteien-Wahlen.

1948: Die Türkei wird von den USA im Rahmen der Truman-Doktrin zum Bollwerk gegen den Kommunismus erklärt.

27. Mai 1960: Erster Militärputsch.

12. September 1963: Assoziierungsvertrag zwischen der Türkei und der EWG.

12. März 1971: Zweiter Militärputsch.

20. Juli 1974: Türkei schickt Truppen nach Zypern.

12. September 1980: Dritter Militärputsch.

15. August 1984: Der bewaffnete Kampf der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) beginnt.

1. Jänner 1996: Zollunion zwischen der Türkei und der EU tritt in Kraft.

1996: Die Türkei erhält mit Necmettin Erbakan ihren ersten islamistischen Ministerpräsidenten.

28. Februar 1997: Die türkische Armee setzt Erbakans Regierung im Nationalen Sicherheitsrat unter Druck. Wenige Monate später muss Erbakan zurücktreten.

15. Februar 1999: Türkische Agenten nehmen PKK-Chef Abdullah Öcalan in Kenia fest. Auf Weisung Öcalans schwört die PKK wenige Monate später dem bewaffneten Kampf ab.

10. Dezember 1999: Die EU erklärt die Türkei offiziell zum Beitrittskandidaten.

Februar 2001: Beginn der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg.

2. August 2002: Die Türkei schafft im Rahmen ihrer EU-Reformen die Todesstrafe ab.

3. November 2002: Die "Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung" (AKP) von Recep Tayyip Erdogan erringt bei den Parlamentswahlen einen Erdrutschsieg.

31. Juli 2003: Als Krönung einer ganzen Reihe von Reformen für einen EU-Beitritt beschließt das türkische Parlament, den politischen Einfluss des Militärs einzudämmen. (APA)

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