Schulbeginn 9 Uhr, ab Freitagmittag frei

30. Oktober 2003, 19:15
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Steirische VP will Ganztagsmodell erproben

Graz - Die steirische ÖVP will in Sachen Schulreform nicht mehr locker lassen und jetzt "Nägel mit Köpfen" (VP-Landesgeschäftsführer Andreas Schnider) machen. Der studierte Pädagoge Schnider hatte schon in den letzten Wochen mit der Forderung nach einer offenen Diskussion über die Einführung einer Gesamt-und Ganztagsschule innerhalb seiner Partei eine heftige Bildungsdebatte entfacht.

Auf der Basis vertiefter Interviews, die ein Psychologisches Marktforschungsinstitut mit 16 österreichischen Schulexperten - vom ehemaligen Wiener SPÖ-Landesschulratspräsidenten Kurt Scholz bis zum steirischen ÖVP-Schulreformer Bernd Schilcher - durchführte, entwickelte das Team um Schnider jetzt das Modell "steirische Tagesschule".

Geht es nach dem Willen Schniders, soll diese Reformschule, deren Details dem STANDARD vorliegen, umgehend im Bundesland erprobt werden.

Die "Tagesschule" beginnt um 9 Uhr und dauert bis 16 Uhr. Freitag ab Mittag könnte dem Modell zufolge bereits die Freizeit beginnen. Im Zentrum des Schultages soll der Mittag stehen, sagt Schnider. Er biete im Rahmen eines gemeinsamen Mittagessens einen "Dialograhmen" von Schülern, Lehrern und - falls möglich - den Eltern.

In der Früh soll eine "Ankommensphase" samt Schulfrühstück von 7.30 Uhr bis 9 Uhr eingebaut werden. Nach der Lernphase bis Mittag wird ab 13.30 Uhr eine Zeit der "Vertiefungsphase", ab 16 Uhr "betreutes Warten auf die Eltern" organisiert. Die "Tagesschule" soll allen Sieben- bis 15-Jährigen angeboten werden. Im Sinne einer Gesamtschule, deren Einführung 14 der 16 befragten Pädagogen vehement einforderten. (Walter Müller, (DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 29.10.2003)

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