Rebellion bei den Tories

29. Oktober 2003, 18:06
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Chef der britischen Konservativen Duncan Smith zu Vertrauens- Abstimmung gezwungen - Bekommt er keine Mehrheit, muss er gehen

London - Der britische Oppositionsführer Ian Duncan Smith muss sich einer Vertrauensabstimmung seiner Konservativen Partei stellen. Ein Sprecher erklärte am Dienstag, der Abgeordnete Michael Spicer habe Unterschriften von 25 Abgeordneten gesammelt, um eine solche Abstimmung durchzusetzen. Der Oppositionsführer muss an diesem Mittwoch die Vertrauensfrage stellen. Der Ankündigungen waren wochenlange Spekulationen um die Zukunft von Duncan Smith vorausgegangen, dem parteiintern kaum Chancen eingeräumt werden, Premierminister Tony Blair bei der nächsten Wahl zu schlagen.

Wenn Duncan Smith keine Mehrheit der Abgeordneten erzielt, wäre eine Neuwahl des Vorsitzenden nötig, zu der er nicht mehr antreten dürfte. Viele Abgeordnete der Tories sind verärgert, weil ihre Partei trotz der Regierungskrise wegen der Begründung des Irak-Krieges in den Umfragen klar zurückliegt. Duncan Smith hatte seinen innerparteilichen Gegnern bis Mittwochabend Zeit gegeben, um ausreichend Unterschriften für eine Abstimmung zusammenzubringen. Er hatte die Abgeordneten aufgefordert, "die feige Verschwörung" abzulehnen.

Die Konservativen hatten 1997 nach 18 Jahren an der Regierung die Macht an die Labour-Party verloren. Die nächste Wahl muss bis 2006 stattfinden. Der erklärte Euroskeptiker Duncan Smith vom rechten Flügel der Partei ist seit seiner Wahl durch die etwa 300.000 Parteimitglieder vor zwei Jahren umstritten.

Zur Zeit steht Duncan Smith unter Druck, weil er seine Frau vorübergehend als Sekretärin angestellt und sie mit Steuergeldern bezahlt hat. Ein Beauftragter des Parlaments untersucht derzeit, ob sie eine ausreichende Zahl von Stunden gearbeitet hat, um die Bezahlung zu rechtfertigen. Nach ihrem Vornamen Elizabeth hat die Affäre in der britischen Presse den Namen "Betsygate" bekommen.

Duncan Smith gilt auch in der eigenen Partei nur als mäßiger Redner, weshalb er nach Meinung seiner Kritiker im Parlament oft eine schlechte Figur beim Schlagabtausch mit Blair macht. (APA/AP/dpa)

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    Schwierige Zeiten für Duncan Smith.

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