Neue Gefechte in Burundi

29. Oktober 2003, 22:22
posten

Hutu-Rebellen lehnen Verhandlungen ab - Tausende auf der Flucht

Bujumbura - Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen haben im ostafrikanischen Bürgerkriegsland Burundi mehr als 5.000 Menschen in die Flucht getrieben. Die Gefechte mit Rebellen der Nationalen Befreiungskräfte (NLF) nahe der Hauptstadt Bujumbura hätten bereits am Montag begonnen, berichteten die Behörden am Dienstag.

Die NLF ist die einzige der vier Rebellengruppen der Hutu-Ethnie, die Gespräche mit der Regierung ablehnt. Die größte Gruppierung, die Streitkräfte für die Verteidigung der Demokratie (FDD), unterzeichneten Anfang Oktober ein Friedensabkommen mit der Regierung; mit den zwei kleineren Organisationen wurde im vergangenen Jahr eine Waffenruhe vereinbart.

Dem seit zehn Jahren anhaltenden Bürgerkrieg zwischen Hutu-Rebellen und den von der Minderheit der Tutsi dominierten Streitkräften fielen bisher mindestens 200.000 Menschen zum Opfer. Der Krieg begann im Oktober 1993, nachdem Angehörige der Tutsi den ersten demokratisch gewählten Hutu-Präsidenten Cyprien Ntaryamira ermordet hatten. Die Minderheit der Tutsi kontrolliert seit der Unabhängigkeit 1962 nahezu durchgehend die politischen Geschicke des Landes. Laut einem im August 2000 vereinbarten Friedensvertrag wurde eine Übergangsregierung eingesetzt, in der sowohl Hutu als auch die Volksgruppe der Tutsi vertreten sind. (APA/AP)

Share if you care.