Gerichtsmediziner: Marie Tritignant starb an Schlägen

30. Oktober 2003, 14:28
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Bericht belastet Ex-Freund der im Juli getöteten Schauspielerin

Paris - Der Tod der französischen Schauspielerin Marie Trintignant nach einem gewaltsamen Streit mit ihrem Ex-Freund Bertrand Cantat ist nach einem neuen Untersuchungsbericht auf Schläge und heftige Erschütterungen zurückzuführen. Zu diesem Schluss kommen zwei französische Gerichtsmediziner in einem am Dienstag veröffentlichten Gutachten. Das Dokument wird nun der Justiz in Litauen zugeleitet, wo der Rockstar und Sänger der französischen Gruppe Noir Desir im Gefängnis auf seinen Prozess wartet.

Den Experten zufolge hat der 39-jährige Cantat die Schauspielerin bei dem Streit in einem Hotel in Vilnius in der Nacht zu 27. Juli wiederholt mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen und außerdem heftig geschüttelt. Die Schläge und die Erschütterungen hätten zu der Hirnblutung geführt, an der die 41-Jährige nach zwei Notoperationen starb.

Bericht widerspricht Aussage des Sängers

Der Aussage des Sängers, er habe seiner Ex-Freundin vier Ohrfeigen gegeben, wird in dem Bericht widersprochen. Die Schwere der Verletzungen deute auf mehr als vier Schläge hin, heißt es in dem Bericht.

Die litauischen Behörden lehnen bisher eine Auslieferung Cantats nach Frankreich ab. Der Sänger, dessen Untersuchungshaft bis zum Jahresende verlängert wurde, muss sich daher vermutlich in Litauen wegen Totschlags verantworten. Dafür drohen ihm 15 Jahre Haft. (APA)

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