Der Teilzeit-Minister

29. Oktober 2003, 15:26
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Blocher will in der Schweiz "Fifty-fifty" machen: Eine Hälfte für die Verteidigung, die andere werde er der "Allgemeinheit" widmen

Lausanne - Der umstrittenende SVP-Politiker (Schweizerische Volkspartei) und Bundesratskandidat Christoph Blocher würde das Verteidigungsministerium so organisieren, dass er es mit einem 50-Prozent-Pensum leiten könnte. Die restliche Zeit wolle er "Pflichten für die Allgemeinheit" widmen, sagte Blocher der Westschweizer Wirtschaftszeitung "l'Agefi".

Zuerst "reorganisieren, was Vorgänger gemacht haben" Gleichzeitig sagte der SVP-Nationalrat aber im am Dienstag erschienenen Interview, es würde viel zu tun geben im Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). "Zuerst müsste ich reorganisieren, was meine Vorgänger gemacht haben", sagte er. Im Bundesrat würde er sich nicht scheuen, es zu sagen, wenn ihm etwas schlecht oder dumm vorkäme, sagte Blocher weiter. Darauf angesprochen, dass er seine möglichen künftigen Kollegen auch schon als "unfähig" betitelte, sagte Blocher, dass er sein Urteil revidieren könnte.

"Zauberformel" im Bundesrat Die SVP beansprucht nach ihrem Erfolg bei den Nationalratswahlen vom 19. Oktober einen zweiten Sitz im Bundesrat (Kollegialregierung). Seit 1959 gibt es die "Zauberformel": Sozialdemokraten (SP), Christdemokraten (CVP) und Freisinnige (FDP) stellen je zwei Vertreter im Bundesrat, die SVP einen. Seit 1999 ist die SVP aber stimmenstärkste Partei, seit dem 19. Oktober hat sie auch die meisten Vertreter im Nationalrat. (APA/sda)

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    Amtsaufteilung "pi mal Daumen": Christoph Blocher

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