Kosovo-Albaner wegen Kriegsverbrechen festgenommen

29. Oktober 2003, 18:06
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Belgrad beantragt bei UNMIK Ermittlungen gegen Kommandanten des Kosovo-Schutzkorps Agim Ceku

Belgrad/Pristina - Italienische Angehörige der internationalen Friedenstruppen im Kosovo KFOR haben in der Kleinstadt Kacanik im Süden der Provinz fünf albanische Bürger wegen Kriegsverbrecherverdachtes festgenommen.

Gemäß dem TV-Sender Kosovo hatten sich die festgenommenen Albaner des Kiddnapings und der Ermordung von mehreren Landsleute in der Zeitspanne zwischen dem 27. Februar und dem 28. März 1999 schuldig gemacht. Weitere Details sind zuerst nicht publik gemacht worden. Offenbar handelt es sich um ehemalige Mitglieder der Kosovo-Befreiungsarmee UCK.

Belgrad beantragt Ermittlungen gegen Agim Ceku

Das serbisch-montenegrinische Koordinierungskomitee für das Kosovo hat bei der UNO-Mission in Pristina (UNMIK) die Einleitung von Ermittlungen gegen den Kommandanten vom Kosovo-Schutzkorps Agim Ceku beantragt.

Der Leiter der Rechtsabteilung des Komitees, Vladimir Bozovic, erklärte in Belgrad, dass Ceku die Kommandoverantwortung für die Ermordungen und Kidnappings von Serben und sonstigen Minderheitenangehörigen im Kosovo nach Abzug jugoslawischer Sicherheitskräfte aus der Provinz im Juni 1999 angelastet werde.

Auf Grund eines von den damaligen jugoslawischen Justizbehörden ausgestellten Haftbefehls war Ceku am vergangenen Mittwoch in Slowenien festgenommen worden, um schon wenige Stunden später nach einer Intervention von UNMIK-Chef Harri Holkeri bei den slowenischen Behörden freigelassen zu werden.

Die Festnahme erfolgte auf Grund eines vom Kreisgerichtes in Nis ausgestellten Haftbefehls. In Nis wird gegen Ceku wegen Kriegsverbrechen während des Kosovo-Krieges 1998/99 ermittelt. Nach Deutung der UNO-Mission sind die serbischen Justizbehörden allerdings nicht für die Provinz zuständig. (APA)

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