Justizskandal in Spanien: Richter ließen Drogenschmuggler entwischen

29. Oktober 2003, 09:46
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Zulässige U-Höchstdauer von vier Jahren abgelaufen

Die Langsamkeit der spanischen Gerichte hat sieben Mitgliedern einer Drogenschmugglerbande zur Flucht vor der Strafverfolgung verholfen. Die Angeklagten waren nach Medienberichten vom Dienstag aus der Untersuchungshaft entlassen worden, weil deren zulässige Höchstdauer von vier Jahren abgelaufen war. Die Bande soll 800 Kilogramm Heroin nach Spanien geschmuggelt haben. Dies ist die größte Menge, die in dem Land jemals sichergestellt wurde.

Angeklagte untergetaucht

Als jetzt der Prozess beginnen sollte, waren die Angeklagten untergetaucht. Für den mutmaßlichen Bandenchef hatte die Staatsanwaltschaft den Berichten zufolge 32 Jahre Haft gefordert.

In den vergangenen Jahren waren bereits zwei Anführer von großen Drogenbanden durch Versäumnisse der Justiz in Freiheit gelangt. Die Zeitung "El Mundo" schrieb: "Der Nationale Gerichtshof ist eine Drehtür für Drogenschmuggler." (APA/dpa)

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