Juweliere in Einkaufszentren im Visier von Einbrecherbande

29. Oktober 2003, 09:46
posten

Drei Wochenenden, drei Mal zugeschlagen - Schaden weit mehr als eine Million Euro

Juweliere in Einkaufszentren in und um Wien scheinen sich derzeit im Visier einer Bande zu befinden, die sich auf Nobeluhren und Schmuck spezialisiert hat. Die Vorgehensweise ist dabei jedes Mal die selbe, wie Michael Braunsperger von der Wiener Kriminaldirektion 1 (KD 1) bestätigte. Drei Mal schlugen die Verbrecher an den vergangenen drei Wochenenden zu, die Beute beträgt weit mehr als eine Million Euro.

Der Modus operandi war bisher jedes Mal der selbe. Mit einem Wagenheber oder etwas Ähnlichem öffneten die Täter den Rollbalken, dann schlugen sie mit einem Spitzhammer die Fensterscheiben ein und rafften Uhren sowie Schmuck an sich. Innerhalb weniger Minuten war der Spuk meist vorbei.

Bewegungsmelder außer Kraft gesetzt

Das erste Mal schlug die Bande am Wochenende 11./12.Oktober bei einem zu einer Juwelierkette zählenden Geschäft in der Shopping City Süd zu. Sie dürften dabei einen Bewegungsmelder außer Kraft gesetzt haben und dann über ein Restaurant in das Einkaufszentrum eingedrungen sein.

Eine Woche später ließen sie sich ins Donauzentrum in der Donaustadt einsperren. Dort war ein anderes Geschäft der selben Kette ihr Ziel. Aufnahmen aus einer Alarmkamera zeigten lediglich drei Täter, weitere Aufschlüsse für die Fahnder ergaben sich daraus nicht. Am vergangenen Wochenende wurde die Bande in der Landstraße aktiv, auch diesmal suchten sie sich einen Juwelier in einem Zentrum aus.

Geschäfte in geschlossenen Räumen bevorzugt

Braunsperger: "Auffällig ist, dass sie sich immer Geschäfte in geschlossenen Räumen aussuchen, wo sie in Ruhe arbeiten können und vor Passanten sicher sind." Nach jüngsten Erkenntnissen der Exekutive dürfte es sich um vier Personen handeln, die an den Einbrüchen beteiligt sind. Personsbeschreibungen existieren nicht.

Dass die Kriminellen bereits früher aktiv waren - etwa, wie kolportiert, beim Dorotheum in Hietzing oder bei einem Juwelier im "Galleria"-Kaufhaus -, wollte Braunsperger nicht bestätigen. Einwandfrei zuzuordnen seien die drei Fakten der vergangenen Wochenenden, so der Kriminalist. (APA)

Share if you care.