Greenpeace fand erbgutschädigenden Stoff in Baby-Sonnencreme

30. Oktober 2003, 19:14
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Spezielle Kinder-Kosmetik-Verordnung gefordert

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat nach eigenen Angaben einen weiteren gesundheitsschädlichen Wirkstoff in einem Produkt zur Babypflege entdeckt. In der "Penaten Baby Sonnencreme LSF 40 Sunblock" sei das Desinfektions- und Konservierungsmittel Chlorhexidin Digluconat gefunden worden, hieß es heute, Dienstag, in einer Aussendung. Dieses sei vom US-Nationalinstitut NIOSH als erbgutschädigend eingestuft.

"Spitze des Eisbergs"

"Es ist erschütternd, wie unverantwortlich die Chemie-Industrie unsere Babys behandelt. Es scheint wirklich notwendig, dass Greenpeace jedes einzelne Babykosmetikprodukt überprüft. Dabei sind diese nur die Spitze des Eisbergs", sagt Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster, "der Chemikalien-Einsatz ist offenbar völlig außer Kontrolle geraten." Greenpeace fordert daher von Gesundheitsministerin Rauch-Kallat als Sofortmaßnahme eine spezielle Kinder-Kosmetik-Verordnung, die Risiko-Chemie in Kinder-Kosmetik verbietet.

Allergien und Kontaktdermatitits

Chlorhexidin ist laut Greenpeace ein Medikament, das gegen Entzündungen im Mund und Rachenraum, als Antiseptikum in der Wundbehandlung und zur medizinischen Desinfektion verwendet wird. Chlorhexidin greife auch die natürliche Bakterienflora im Mund und auf der Haut an und könne so die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen. Es gebe außerdem schon zahlreiche gegen Chlorhexidin resistente Keime. In der Schweiz sei Chlorhexidin daher in Mundpflegemitteln bereits verboten. Es sei sehr giftig für Wasserorganismen und daher in Deutschland als "stark Wasser gefährdend" eingestuft. Auch verursache Chlorhexidin häufig Allergien und Kontaktdermatitis. Auf die Haut geschmiert und Sonnenlicht ausgesetzt, könnten Lichtallergien mit Ausschlägen die Folge sein. (APA)

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