Aufsichtsgremium wirft Irans Fernsehen politische Einseitigkeit vor

31. Oktober 2003, 14:31
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Staatssender IRIB gilt als Sprachrohr der konservativen Mullahs

Ein Aufsichtsgremium des iranisches Staatsfernsehens IRIB hat dem Sender am Montag politische Einseitigkeit vorgeworfen. Das berichtete die iranische Nachrichtenagentur IRNA. Das Aufsichtsgremium hat die Aufgabe, die Sendungen des staatlichen Fernsehens zu verfolgen und zu beurteilen. In seinem neuen Bericht hält das Gremium dem Sender vor, einseitig für eine bestimmte politische Richtung einzutreten und damit nicht der Verantwortung eines nationalen Mediums gerecht zu werden.

Unparteiische Berichterstattung gefordert

Weitere Einzelheiten nennt der Bericht nicht, doch es ist ein offenes Geheimnis, dass IRIB das Sprachrohr der konservativen Geistlichkeit ist. Dem Sender wird vorgeworfen, nicht nur gegen den Reformkurs des Landes zu sein, sondern auch fast alle politischen Entwicklungen mit Bezug zu den Reformpolitikern zu ignorieren, die die Mehrheit im Parlament stellen.

Das Aufsichtsgremium forderte IRIB-Chef Ali Larijani auf, für unparteiische Berichterstattung in den Nachrichtensendungen zu sorgen, die von fast 80 Prozent der Bevölkerung gesehen werden. Einzige Alternative sind iranische Satellitenkanäle, die aus den USA senden. (APA/dpa)

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