Tauziehen um Rektor beendet

27. Oktober 2003, 19:01
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Grunicke an Spitze der Innsbrucker Medizinuni

Innsbruck - Der Universitätsrat hat am Montag seine bisherige Blockade gegen eine Bestellung von Hans Grunicke zum ersten Rektor der ausgegliederten Medizinuni Innsbruck aufgegeben. Das siebenköpfige Gremium hätte sich einstimmig zu dieser Position gefunden, erklärte dessen Vorsitzender Helmut Marsoner.

Bildungsministerin Elisabeth Gehrer hat darauf hin die laufende Neuausschreibung abgebrochen und Hans Grunicke zum neuen Rektor bestellt. Gehrer spricht von einem "positiven Signal für eine künftige konstruktive Zusammenarbeit aller Universitätsorgane". Dem vorangegangen war eine Einigung zwischen Landeshauptmann Herwig van Staa und Gehrer - und offensichtlich massiver politischer Druck auf den Unirat, der sich mehrmals gegen Grunicke ausgesprochen hatte. Der Gründungskonvent mit dem Chirurgen Raimund Margreiter an der Spitze hatte sich dagegen schon vor Monaten auf Grunicke festgelegt.

Stephan Laske, der die Stammuniversität im Unirat vertritt, begründete den Meinungswandel des Gremiums damit, "Schaden von der Medizin-Uni abzuwenden". Die Trennung in zwei Universitäten sei "ein komplexer Vorgang" und das "Zeitfenster für den Übergang werde immer enger". In dieser Situation wiege Grunickes Insiderwissen schwerer als noch vor einigen Monaten. Die Ablehnung Grunickes habe sich nie auf dessen fachliche Qualifikationen bezogen, sondern ausschließlich auf dessen Alter, erklärte Uniratsmitglied Peter Grassmann. Für ihn bleibe offen, ob es das richtige Signal sei, den Umbruch mit einem 68-jährigen an der Spitze zu beginnen. (hs/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29. 10. 2003)

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