Hickersberger und die Zuversicht

28. Oktober 2003, 09:57
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Der Rapid-Trainer glaubt zunehmend an die Klasse seiner Mannschaft, der Gedanke an die Meisterschaft gewinnt Kontur

Wien - Die Positionen von Josef Hickersberger beginnen aufzuweichen. Nach dem 2:0-Heimsieg am Sonntag gegen Sturm wagte der Rapid-Trainer folgende Aussage: "Wir wollen alles tun, um lange oben zu bleiben. Dafür müssen wir unsere Möglichkeiten hundertprozentig ausschöpfen. Wenn dann eine andere Mannschaft Meister wird, war sie eben besser." Für den aufmerksamen Zuhörer klingt das doch etwas anders als die Tiefstapelei der ersten Runden, die da etwa lautete: "Wir schauen nur von Spiel zu Spiel, die Tabelle interessiert uns nicht." Nun beginnt offenbar das Sein das Bewußtsein zu bestimmen. Der Erfolgslauf der Grünen bringt zunehmend Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Stabilität in die mannschaftliche Verfasstheit.

Hanappi wieder gern besucht

Der von der Konkurrenz erhoffte Einbruch nach dem 2:4 in der Südstadt blieb aus, auch das Fehlen von Kapitän Steffen Hofmann machte sich gegen die Grazer selten bis gar nicht bemerkbar. "Eine gute Mannschaft gewinnt immer nach einer Niederlage", stellte Hickersberger fest. Sein Team glänzte mit Spielwitz, Lauf- und Kampfbereitschaft - meisterliche Attribute. Dies wird auch von den Fans honoriert: 15.300 Zuschauer kamen gegen die Steirer für das Spiel am Samstag gegen Mattersburg sind bereits 12.000 Tickets abgesetzt.

Und nun das Derby

Nun richtet sich der Blick auf das Wiener Derby gegen die Austria am Mittwoch. "Die Tabellensituation hat mit der Ausgangsposition für das Derby nichts zu tun. Aber für die Austrianer steht sicher mehr auf dem Spiel, denn wenn sie verlieren sollten, wird es für sie noch schwerer", betätigte sich Hickersberger wieder als Druckabsorbierer. Dem Gegner traut er eine Steigerung gegenüber den Vorstellungen der letzten Wochen durchaus zu: "Bei der Austria spielen derzeit einige mit einer Tarnkappe. Es könnte aber sein, dass sie diese am Mittwoch abnehmen."

Ob der noch immer an einer Knieblessur laborierende Hofmann eingesetzt werden kann, steht noch in den Sternen. "Ich rechne eher nicht mit ihm, die Chancen stehen 50:50. Die Meisterschaft dauert noch lange, da werden wir keine langfristige Verletzung riskieren", sagte der Coach. (rob/APA)

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    Souveräne Zufriedenheit bei Josef Hickersberger während der Partie gegen Sturm

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