Wenn Barbie erzählt

31. Oktober 2003, 12:20
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Was hat das höllengeborene Wesen in einem Paradies zu tun, ohne die Möglichkeit shoppen zu können - Ausstellung Christy Astuy

Man kann jetzt behaupten, Christy Astuy würde Bilder machen, die einem zeitgenössischen Künstler eigentlich verboten sind: Romantik kippt da zum Kitsch hin, Altmeisterliches erscheint allzu grell, und was bitte hat eine Barbie, ein eindeutig höllengeborenes Wesen, in einem Paradies zu tun, einer dicht tierbevölkerten Urlandschaft, ohne die Möglichkeit, ausgiebig shoppen zu können? Und: Dürfen die Kindchenschema-Augen des japanischen Animationsfilms überhaupt zu seriösen Zwecken herangezogen werden? Man kann aber auch zu einem Umgang mit Astuys Bildern finden, der weitaus anregender, ja erstaunlich spannend ist: Nehmen wir die Porträts als prall gefüllten Fundus, als mehrfache Überlagerung von Details aus verschiedensten Epochen und Kulturen. Christy Astuy fertigt wilde Kombinationen aus allen Attributen der schönen Künste, aus Zitaten, Selbstbespiegelungen, Techniken. Sie lässt eine schwarze Venus im Ungaro-Kleid paradieren, Versace nach Ägypten flüchten, die Flucht von Böcklin beobachten. Das ergibt feine Bilder voller Geschichte(n). (mm/DER STANDARD, Printausgabe, 27.10.2003)
Kunsthandel Elisabeth Michitsch
1010 Wien
Spiegelgasse 15
01/512 83 13
Mo-Fr 11-18, Sa 11-14
Bis 30. 12.

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Elisabeth Michitsch

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