Betroffenheit beim österreichischen Roten Kreuz

27. Oktober 2003, 18:36
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"Symbol gab bisher Schutz" - Internationale Mitarbeiter vor allem aus Europa, keine Österreicher betroffen

Wien - Tief betroffen zeigte man sich beim Österreichischen Roten Kreuz (ÖRK) nach dem Anschlag auf die Zentrale der Organisation in Bagdad. "Bisher gab das Rote Kreuz als überparteiliches Symbol Schutz", meinte Sprecherin Gabriela Hartig. Die 20 internationalen Mitarbeiter, die die Explosion unverletzt überstanden haben dürften, stammen vorwiegend aus Europa. Österreicher sind keine unter ihnen.

"Der Anschlag wird sicherlich Auswirkungen auf unsere Arbeit haben", sagte Hartig. Ob die Hilfsleistungen zurückgefahren oder Mitarbeiter abgezogen werden, konnte die Sprecherin aber nicht sagen. "Dafür ist es noch zu früh", erklärte Hartig.

Zwischenfälle

Das Rote Kreuz ist seit 20 Jahren im Irak tätig. "Wir wurden bisher von der Bevölkerung gut aufgenommen", so Hartig. Nach dem Krieg kam es allerdings zu Zwischenfällen: So wurde etwa ein Mitarbeiter aus Sri Lanka, der in einem entsprechend gekennzeichnet Wagen unterwegs war, ermordet.

Innerhalb der Organisation wurde seitdem diskutiert, ob das Rote Kreuz zunehmend als westliches Symbol und nicht mehr als überparteiliches Zeichen wahrgenommen wird. Übergriffe auf die Schwesternorganisation "Roter Halbmond", mit der das RK eng zusammenarbeitet, sind nämlich nicht bekannt.

Die Motivation der Mitarbeiter ist weiterhin ungebrochen. "Die Österreicherin, die in Bagdad war, hat gesagt, sie würde sofort wieder hinfahren", so Hartig. (APA)

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