Über den Wolken ... muss die Haut wohl rau und trocken sein

27. Oktober 2003, 16:49
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Langstreckenflüge strapazieren sie wie eine Wüstenreise - ein klimatisiertes Büro ist harmlos im Vergleich

Wien - Vielflieger aufgepasst: Ein sechs- bis achtstündiger Aufenthalt in einer Flugzeugkabine ist für die Haut eine Strapaze und ähnelt aus dermatologischer Sicht einer Sahara-Durchquerung. Die Auswirkungen haben Wissenschafter des Chanel-Instituts für epidermale und sensorische Forschung (C.E.R.I.E.S.) in einem "fliegenden Labor" untersucht.

Auch wenn es entspannt dem Urlaubsziel entgegen geht: Kabinendruck und Klimaanlage setzen die Haut unter Stress. Die Luft im Flugzeug ist der Studie zufolge trockener als in der Wüste, Veränderungen des Luftdrucks und hohe Temperaturen führten zu massivem Feuchtigkeitsverlust.

Luftfeuchtigkeit von nur acht Prozent

"Mit fast 26 Grad Celsius und einer durchschnittlichen Luftfeuchtigkeit von nur acht Prozent gehören Flugzeugkabinen zu den Umgebungen, in denen sich das innere Gleichgewicht der Haut besonders schwer aufrechterhalten lässt", so die Forscher. Im Vergleich dazu seien klimatisierte Büros mit einer Luftfeuchtigkeit von nur rund 20 Prozent "wahre Feuchtigkeitsoasen".

Wasser ist die Grundvoraussetzung für die Vitalfunktionen der Haut. Die Wirksamkeit ihrer Schutzbarriere, der Hornschicht, hängt von ihrem Feuchtigkeitsgehalt ab, der normalerweise bei zehn bis 15 Prozent liegt. Werden diese Werte unterschritten, leidet der Schutz gegen Schadstoffe, die dann leichter eindringen können. Außerdem entscheidet der Wassergehalt über Elastizität und Glätte der Haut. Stundenlang extrem trockener Luft ausgesetzt, wird sie rau und "spannt".

Druckschwankungen

Durch die ständig schwankenden Druckverhältnisse herrsche während der meisten Flüge eine ausgeprägt trockene Atmosphäre, so die Forscher. Vor dem Start betrage die Luftfeuchtigkeit noch 46 Prozent. Nach zwei Stunden in der Luft sinke der Wert drastisch auf 9,8 Prozent. Die natürliche Verdunstung durch die Hautoberfläche verstärke sich proportional zur Dauer des Fluges.

Untersucht wurden ausgewählte Probandinnen im Alter von 30 bis 39 Jahren mit gesunden Hautfunktionen. Vor und während eines achtstündigen Fluges wurde der Feuchtigkeitsgehalt der Gesichts- und Körperhaut mehrfach gemessen, Spezialgeräte überwachten Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

"Pflegewüste"

"Der längere Aufenthalt in der Kabine hatte Auswirkungen auf alle untersuchten Hautzonen. In nur drei Stunden trocknete die Haut aus und wurde unangenehm rau", bilanzierten die Chanel-Forscher. "Der Feuchtigkeitsgehalt der Wangen lag am Ende des Fluges durchschnittlich 20 Prozent unter dem bei Reiseantritt gemessenen Wert. Einzig die Stirn hielt dem Austrocknen etwas besser stand." Die Körperhaut hingegen werde am schnellsten und deutlichsten zur "Pflegewüste".

Mit einfachen Maßnahmen können Weitgereiste aber trotzdem so landen, wie sie gestartet sind: Feuchtigkeitsversorgung von außen, indem man stündlich die Gesichtshaut, Hände und die übrigen unbedeckten Körperzonen mit hydratisierenden Pflegeprodukten versorgt; von innen, indem man ebenfalls jede Stunde mindestens ein Glas Wasser trinkt. Kaffee und Alkohol sollte man meiden, da sie durch ihre diuretische Wirkung zusätzlich austrocknen. (APA)

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