Warnung vor "einer riesigen Katastrophe in Osteuropa"

27. Oktober 2003, 11:27
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Forscher mahnen dringend Maßnahmen gegen weitere Ausbreitung von Aids ein

Warschau - Zum Auftakt der Neunten Europäischen Aids-Konferenz in Warschau haben Wissenschafter vor einer katastrophalen Ausbreitung der Immunschwächekrankheit in Osteuropa gewarnt. Während Afrika für besseren Zugang zu Aids-Medikamenten kämpfe, dürfe Osteuropa nicht zurückfallen, forderte die Vorsitzende der Europäischen Klinischen Aids-Gesellschaft, die Pariser Professorin Christine Katlama, zur Eröffnung am Sonntag.

Nach übereinstimmender Einschätzung mehrerer Mediziner müssten vor allem Russland, die Ukraine und andere frühere Sowjetrepubliken rasch wirkungsvolle Maßnahmen gegen eine rasante Ausbreitung des Aids-Virus ergreifen. Von den bis zu 2 Millionen HIV-Infizierten in Europa lebten alleine 1,2 Millionen in den östlichen Staaten, sagte der Epidemiologe Jens Lundgren. Ohne schnelles In-Kraft-Treten von Hilfsprogrammen "nähern wir uns einer riesigen Katastrophe in Osteuropa", sagte Lundgren. So müssten beispielsweise massiv saubere Spritzen an inhaftierte Drogenkranke verteilt werden.

Rund 2.500 Mediziner aus 44 Staaten beraten bis Mittwoch den wissenschaftlichen Forschungsstand und mögliche Maßnahmen im Kampf gegen Aids. Es handelt sich um die erste bedeutsame Aids-Konferenz in Osteuropa. (APA/dpa)

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